
Ich war selber MPU-Betroffener und bin dazu gekommen wie eine gewisse Jungfrau angeblich zum Kind: Ich wußte gar nicht, daß man sich mit ganzen drei(!) Flensburg-Punkten und etlichen 5-Euro-Park-Knöllchen eine Aufforderung zur Punkte-MPU einfangen kann.
Der Aufwand, den ich in die MPU-Vorbereitung stecken mußte, war groß. Obwohl selber Psychologe war spezielle Vorbereitung nötig, weil die MPU-Welt nach Regeln funktioniert, die dem Denken "normaler Menschen" nicht sooo ähnlich sind.
Wenn der MPU-Termin nur wenig Vorbereitungszeit läßt, kann man auf professionelle Unterstützung nicht verzichten. Man wünscht sich ganz konkrete Vorbereitung auf das Gutachter-Gespräch und handfeste Warnungen: So nicht, du kommst hier auf ein gefährliches Gleis!
Der Verkehrspsychologe ist Verhaltenstherapeut. Sein Blick ist fest auf Verhaltensänderung gerichtet - Führerschein-Wiedererwerb oder -erhalt ist nicht sein Thema. Wer echte Verhaltensänderung so schnell nicht erreicht, muß eben einsehen, daß er noch dran arbeiten muß - und solange Fußgänger bleibt...
Ich stelle überhaupt nicht in Frage, daß vollständige Verhaltensänderung weg von dem Problemverhalten, das zur MPU-Anordnung geführt hat, ein Weg ist zum positiven MPU-Gutachten und zum dauerhaften Erhalt der Fahrerlaubnis.
Das ändert nichts an meiner Überzeugung:
Wer das mißversteht als Aufforderung zum Weitermachen wie bisher, wird auch mit positiver MPU kaum lang Freude am Führerschein haben. Erwachsene Menschen sind und bleiben aber selber verantwortlich für Ihr Handeln.