MPU: Vorsicht Falle?
Und er stellte sich ein Bein...
Ein Thema, das viele als hinterlistige Gemeinheit empfinden, was ich durchaus nachempfinden kann. Ich glaube aber, nach persönlicher Bösartigkeit dem Probanden gegenüber ("Na, den leg ich jetzt aber mal rein...!") sucht man vergeblich. In Wirklichkeit handelt es sich einfach um die in mancher Hinsicht sehr eigenwillige, in sich abgeschlossene "amtliche MPU-Logik", über die man dabei stolpert und sich selbst ein Bein stellt, das zu einem negativen Gutachten führen kann.
Zwei Beispiele von vielen
- Der Punkt Gefährdung hat hohen Stellenwert. Nun weiß aber jeder schon aus sogenanntem "gesundem Menschenverstand" und allgemeiner Lebenserfahrung, daß Gefährdung keine absolute Größe ist, sondern ein sehr breites Spektrum von extrem gefährdet (z.B. wenn einer mit verbundenen Augen über das Geländer einer Autobahnbrücke balanciert) bis nur ganz geringe Gefährdung hat (z.B. die Gefährdung, draußen im Wald von einem Meteorit erschlagen zu werden).
Für die MPU-Logik ist im Straßenverkehr eine solche Abstufung nicht gefragt. Absolut jeder Verstoß gegen eine Verkehrsbestimmung ist Gefährdung und darf nicht in Frage gestellt werden. Jede Gefährdung ist schlecht.
Oder anders formuliert: In diesem Punkt ist Mitdenken nicht erwünscht. Obwohl jeder weiß, daß der Blitzkasten, der Tempo 30 vor der Schule überwacht, nachts um eins in Wirklichkeit eher die Stadtkasse sponsort, ist dem Autofahrer, der dabei Punkte gesammelt hat und die jetzt bei der MPU unter die Nase gerieben bekommt, dringend davon abzuraten, auch jetzt noch immer die Gefährdung nicht sehen zu wollen.
- Antworten auch Sie auf die Frage, wieso Sie glauben, in Zukunft die Verkehrsregeln einzuhalten, daß Sie ja schließlich nicht noch einmal den Führerschein verlieren wollen, weil Sie ihn für Ihren Beruf doch zwingend brauchen? - Ganz schlecht! Sie haben sich damit als einer von diesen Unbelehrbaren zu erkennen gegeben, denen es nur um den Führerschein als höchstes Gut geht. Dabei hätten Sie doch längst erkannt haben sollen, daß Gefährdung vermeiden viel höherwertig ist.
Machen Sie sich klar:
Wenn Sie auf diese Weise ein NEGATIV einfangen, hat Sie nicht der böse Gutachter reingelegt, sondern Sie kannten einfach die Vorgaben nicht, nach denen der Gutachter zu bewerten hat. Auch wenn Sie jetzt vielleicht fassungslos mit dem Kopf schütteln: Das hilft Ihnen nichts! Nicht Sie sind es, der die "Spielregeln" für die MPU festlegt.
Seien Sie deshalb realistisch und gehen Sie kein vermeidbares Risiko ein. Machen Sie sich unbedingt vor dem Begutachtungstermin gründlich schlau. Deshalb werden Sie im MPU-Training auch besonders auf die Fallen hingewiesen, die in Ihrem konkreten Fall "lauern".