Machen Sie sich keine Illusionen: Mit "durchmogeln" oder der Hoffnung, "ich werd mich schon rausreden", werden Sie keinen Erfolg haben. Die MPU ist ein hochgradig standardisiertes System, das nur wenig Abweichung zuläßt. Das hat auch einen guten Grund: Auf diese Weise wird erreicht, daß juristische Schritte gegen die Begutachtung nur im absoluten Ausnahmefall Aussicht auf Erfolg haben (z.B. wenn der Gutachter krass gegen die Richtlinien verstoßen hat).
Damit Sie nicht von vorn rein mit schlechten Karten antreten, sollten Sie sich sehr genau damit vertraut machen, welche Vorgaben Sie erfüllen müssen (z.B. Abstinenznachweis - je nach Fragestellung Ihrer MPU individuell verschieden).
Die eigentlich harte Nuß ist aber das psychologische Gutachten, aus dem Sie positiv herauskommen möchten. Geht hier der Daumen nach unten haben Sie verloren - ganz egal, wie der Rest der MPU ausfällt.
Diese Begutachtung sollte man sich nicht als Fragebogenaktion oder Ausfüllen von Tests vorstellen, sondern es handelt sich um ein Einzelgespräch von ungefähr einer Stunde Dauer - ist also sicher nicht ganz ohne!
Aber Vorsicht:Da ja eines oder mehrere Vergehen vorliegen, aus denen die Vermutung abgeleitet wird, dieser Mensch ist eine Gefahr im Straßenverkehr, wird die MPU angeordnet. Die genaue Fragestellung, die bei der MPU-Anordnung dabei steht, liest sich für einen Laien einigermaßen harmlos ("Ist damit zu rechnen, daß..."). Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Sie müssen den Gutachter überzeugen, daß Sie sich nachhaltig so stark geändert haben, daß er guten Gewissens sagen kann: Nein, es ist nicht damit zu rechnen, daß er/sie wieder... usw.
Es reicht nicht, wenn der Gutachter sagt: Na, wahrscheinlich wird er/sie wohl nicht wieder...
Der Gutachter hat klare Richtlinien, nach denen sein Daumen nach oben oder nach unten geht. An diese Richtlinien muß er sich halten. Es ist also Ihre Aufgabe, seine Bedenken vollständig auszuräumen, wenn Sie die MPU bestehen wollen.
Einen wichtigen Grundgedanken der MPU kennen Sie jetzt bereits: Wer seinen Vertrauensbonus als Verkehrsteilnehmer verspielt hat, kriegt den Schwarzen Peter. Im Interesse der Sicherheit für die Allgemeinheit ist es besser, ihn solange nicht mehr fahren zu lassen, bis er einen überzeugenden Nachweis bringt, jetzt und in Zukunft keine besondere Gefahr mehr darzustellen.
Dieser Nachweis ist die MPU. Und sie werden ihn umso überzeugender erbringen können, je genauer Sie die Kriterien kennen, nach denen der Gutachter urteilt.