MPU-Vorbereitung:
Wichtige Schritte

Kurz-Zusammenfassung:

Ihre MPU-Vorbereitung sollte idealerweise so früh wie möglich beginnen, damit Sie die Zeit optimal nutzen können und nicht nach Ablauf der Sperrfrist noch viele Wochen oder gar Monate verlieren. Ich habe hier zusammengefasst worauf es dabei ankommt.

Ihr individueller Fall

Was in welcher Reihenfolge unbedingt geschehen sollte, hängt von den Besonderheiten Ihres Falles ab. Begehen Sie nicht den Fehler zu glauben, dass man Sie schon rechtzeitig informieren wird, was zu tun ist. Das ist nicht der Fall. Viele Erfahrungen von der MPU erst, wenn es um die Wiedererteilung der Fahrerlaub geht, und das kann viel zu spät sein! Hier einige Beispiele:

Ihre Vorbereitungsmaßnahmen

Man hört immer wieder: "Wie man sich auf die MPU vorbereitet, das bleibt jedem selbst überlassen!" So ganz pauschal stimmt diese Aussage aber nicht. Wer zum Beispiel in eine der besonders schwerwiegenden Kategorie eingeordnet wird (das sind A1, D1 oder V1 - je nach MPU-Fragestellung Alkohol, Drogen oder Verkehrsverstöße), der hat ohne eine nachgewiesene entsprechende Therapie fast keine Chance. Ähnlich sieht es aus, wenn Sie schon bei der MPU durchgefallen sind und den Fehler begangen haben, das negative Gutachten auch noch bei der Führerscheinstelle abzugeben. Am Ende des Gutachtens steht meistens eine »Empfehlung«, wie es bei Ihnen sinnvoll weiter gehen könnte. Obwohl diese Empfehlung nicht bindend ist, sieht es in der Praxis aber so aus, dass einfach erwartet wird, dass Sie sich an diese Empfehlung sehr genau halten. Wenn Ihnen darin z.B. eine therapeutische Maßnahme empfohlen wird, Sie die aber nicht machen wollen, dann werden Sie keine große Chance auf ein positives Gutachten beim nächsten Anlauf haben.

Von diesen Spezialfällen einmal abgesehen, gibt es tatsächlich keine verpflichtenden Vorgaben dafür, wie Sie sich auf Ihre MPU vorzubereiten haben. Das sollten Sie aber auf keinen Fall so interpretieren, dass also keine Vorbereitung nötig ist. Es gibt schließlich die Beurteilungskriterien für die Urteilsbildung in der Fahreignung, und die sind bindend für die Arbeit der Gutachter. Das entsprechende Buch hat insgesamt 364 Seiten. Insgesamt sage ich deshalb, weil das natürlich wirklich alles umfasst, das bei der MPU überhaupt vorkommen kann. Für den einzelnen Fall ist nur ein Teil davon von Bedeutung.

Die Angelegenheit hat einen gefährlichen Haken:
Welche Kriterien genau für Ihren Fall eine Rolle spielen, stellt sich leider erst im Verlauf des Gesprächs mit dem Gutachter vollends heraus - je nachdem halt, welche »Wege« Ihre Antworten und Ihre gesamte Argumentation so nehmen!

Sie ahnen es vielleicht schon: Genau hier liegt der entscheidende Schwachpunkt, wenn man sich ganz allein ohne kompetente Unterstützung auf die MPU vorbereiten möchte. Es ist sicher nicht unmöglich, aber man sollte nicht annehmen, dass es ausreicht, wenn man zwei oder drei der haufenweise existierenden Ratgeber in Buchform liest. Ein Buch ist etwas Statisches und kann deshalb nicht flexibel auf Ihre Antworten und Beiträge reagieren. Es entsteht der gefährliche Eindruck, dass die MPU ein Frage-Antwort-Spiel wäre und es nur darum geht, auf eine begrenzte Anzahl fest vorgegebener Fragen die ebenso festgelegte »richtige Antwort« geben zu können. - Genau so funktioniert die MPU aber ganz bestimmt nicht!

Vorbereitung im Internet

Wenn Sie eine halbwegs sinnvolle Vorbereitung suchen, brauchen Sie ein flexibles Feedback eines für das Thema MPU kompetenten Gesprächspartners. Eine Möglichkeit dazu gibt es im Internet in einschlägigen Foren, wo man andere Betroffene findet, darunter auch immer welche, die ihre MPU bereits bestanden haben. Mit etwas Glück können Sie also durchaus auf andere Forenmitglieder stoßen, die Ihnen nützliche Tipps geben und Sie auf problematische Schwächen aufmerksam machen können. Diese Arbeitsweise hat Vor- und Nachteile:

Der richtige Zeitpunkt für die Vorbereitung auf das Gutachtergespräch

Dass sinnvolle Vorbereitung so früh wie möglich beginnen sollte und warum, das habe ich ja schon geschrieben. Dass das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter fast immer ganz klar der »Kern« der MPU ist, das werden Sie an anderer Stelle dieser Homepage immer wieder lesen. Bleibt die Frage, wann man sich dieses Thema vornehmen sollte.

Erwartungen und Realität

Immer wieder kommt es vor, dass sich MPU-Kandidaten erst im allerletzten Moment bei mir melden ("Ich habe nächste Woche MPU und brauche noch Vorbereitung!"). Ich rate dringend von solchen Hau-Ruck-Aktionen ab und biete keine Crashkurse mehr an, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass so viel Blauäugigkeit eine sehr schlechte Voraussetzung ist. Wer erst im letzten Augenblick Zweifel bekommt, der sollte den MPU-Termin unbedingt verschieben, was normalerweise problemlos möglich ist.

Zu bedenken ist auch, dass der psychologische Gutachter Vorbereitung auf die MPU ja nicht als Trimmen auf das Gespräch versteht, sondern als verkehrstherapeutische Maßnahme. Er wird also ganz zu Recht davon ausgehen, dass dafür ein entsprechender Zeitraum nötig ist, in dem eine Veränderung der bisherigen problematischen Einstellungen reifen kann. Wer also eine Teilnahmebescheinigung bei der MPU vorlegt über eine Maßnahme von nur sehr kurzer Dauer, der wird damit immer Misstrauen wecken.

Mein Konzept der Vorbereitung bietet durch die Kombination von Arbeit im Onlinebereich von zu Hause aus und einem ganztägigen kompakten Präsenztermin mit anschließender Online-Nachbereitung eine in weiten Grenzen nach Ihrem individuellen Zeitbudget gestaltbare effektive Vorbereitungsform auf die MPU. Auch wenn es durchaus machbar ist, diese Vorbereitung auf nur wenige Tage zusammen zu quetschen, ist das aber nicht der Sinn der Sache:

Ihre Führerscheinakte

Ich erlebe es immer wieder: Auch wenn ich mir den Mund fusselig rede und wiederholt darauf hinweise, dass die Akteneinsicht extrem wichtig ist, wird das dann doch nicht gemacht. Sie haben ein Anrecht darauf Ihre Führerscheinakte in aller Ruhe und Gründlichkeit durchzusehen (nur mitnehmen dürfen Sie sie nicht). Für die Akteneinsicht brauchen Sie keinen Anwalt, und es kostet auch nichts. Rufen Sie einfach kurz bei der Führerscheinstelle an und vereinbaren Sie einen Termin.

Die Akteneinsicht ist deshalb so wichtig, weil Ihre Führerscheinakte das ist, was der psychologische Gutachter bei der MPU in der Hand hält. Alle Informationen, die er über Sie hat, kommen nur von dort. Deshalb wäre es ausgesprochen dumm, wenn Sie auf die Akteneinsicht verzichten: Es wäre etwa so, wie wenn Sie zu einem Kartenspiel antreten und ohne Not darauf verzichten zu erfahren, welches Blatt Ihr Gegner auf der Hand hat!

Den Zeitpunkt nicht verpassen

Kurz nachdem Sie bei der Führerscheinstelle angegeben haben, zu welcher MPU-Stelle Sie gehen wollen, wird Ihre Führerscheinakte dorthin verschickt. Damit ist es aber zu spät für die Akteneinsicht! Erledigen Sie das also unbedingt noch vorher!

Falls es aber aus welchen Gründen immer doch daneben gegangen sein sollte und die Akte schon weg ist, darf das keine Ausrede sein: Klären Sie mit der Führerscheinstelle ab, ob Ihnen die MPU-Stelle Akteneinsicht geben darf. Falls nicht, dann veranlassen Sie eben, dass die Akte wieder zurückgeschickt wird, nehmen Sie dann Aktensicht, und die Akte geht wieder zurück zu Ihrer MPU-Stelle. Notfalls muss halt der Termin etwas verschoben werden. Aber der Verzicht auf die Akteneinsicht ist niemals eine gute Idee.

Noch ein wichtiger Hinweis:

Sicher haben Sie es auch schon gemerkt: Gründliche Information und frühzeitiger Beginn der Vorbereitung sind das A und O für die erfolgreiche MPU. Wichtig ist aber noch folgender Hinweis: Die Führerscheinstelle gibt nur die Fragestellung für die MPU vor, mehr nicht. Es wäre deshalb absolut sinnlos, wenn Sie sich von dort brauchbare Auskünfte erwarten. So hat die Führerscheinstelle beispielsweise keinerlei Einfluss auf Fragen wie Abstinenz-Notwendigkeit und -Dauer. Schlimmer noch: Obwohl den dortigen Sachbearbeitern meistens jede fachliche Kompetenz zur MPU selbst fehlt, geben sie manchmal trotzdem "gute Ratschläge", die nicht selten völlig unrealistisch sind. Alles, was die MPU direkt angeht, entscheiden nur der psychologische Gutachter und der Verkehrsmediziner, niemand sonst. Lassen Sie sich also nicht ins Bockshorn jagen durch möglicherweise ohnehin falsche Auskünfte von der Führerscheinstelle.



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