Fristen aussitzen

Die MPU ist eine hässliche Sperre vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Tatsächlich „lebt“ dieses Hindernis aber nicht ewig, sondern es gibt eine Verfallszeit.

Wer jetzt allerdings ernsthaft überlegt diese Frist einfach auszusitzen: Es sind immer mindestens 10 Jahre, in den meisten Fällen aber sogar 15 Jahre. Ich habe mal nachzulesen versucht, was genau hinter den zwei unterschiedlichen Fristen steckt, bin aber nicht wirklich schlau draus geworden. Wenn man im Internet ein bisschen stöbert, merkt man schnell, dass selbst im Verwaltungsrecht kompetente Juristen eine ganze Reihe von juristischen Aspekten bemühen müssen. Die Begründungen sind für Laien meist nur schwer nachzuvollziehen. Ich hab es jedenfalls schnell aufgegeben da eine klare Antwort zu erwarten.

Ich möchte hier in diesem Beitrag aber auf etwas ganz anderes raus: Egal ob es nun im Einzelfall 10 oder 15 Jahre sind, so ist das doch ein Zeitraum, den man normalerweise nicht „einfach mal so“ wegsteckt. Selbst ein Mörder mit Urteil lebenslänglich kann nach 15 Jahren bei guter Führung sich ernsthafte Hoffnung auf vorzeitige Freilassung machen.

Ich kann verstehen, dass man der MPU mit Angst begegnet und sie als was sehr Unangenehmes erlebt wird. Andererseits ist aber auch die MPU nicht mehr als eine besondere Art von Prüfung. Und Prüfungen haben die Eigenart, dass man sich darauf vorbereiten kann. Das sollte man nicht übersehen.

Ich musste vor 7 Jahren selbst zur MPU antreten, um den Führerschein behalten zu können. Natürlich war ich davon ganz und gar nicht begeistert! Aber ich habe mich eben grollend und zähneknirschend darauf vorbereitet und diese Hürde überwunden.

Die ganze Prozedur MPU hat mich sehr stark an eine andere, schon lange zurück liegende „Prüfung“ erinnert: die so genannte Gewissensprüfung, die man Anfang der 70er Jahre als Kriegsdienstverweigerer durchlaufen musste. Ich bin damals recht ahnungslos und unvorbereitet angetreten und prompt in der ersten Instanz durchgefallen, was für mich ein derber Schock war. Ich hab trotzdem weiter gemacht (mit Erfolg dann) und nicht den anderen Weg gewählt, den es auch gegeben hätte: dauerhaft nach Berlin umziehen nämlich.

6 Gedanken zu „Fristen aussitzen“

    1. Hallo, kurz die Vorgeschichte—99 Führerscheinentzug mit MpU , 2001 Mpu bestanden und FS wiederbekommen ,ende 2001 Führerscheinentzug mit MpU Auflage, 2003 fahren ohne FS , 2004 fahren ohne FS –. Ab 29.01.04 keine Einträge mehr . Habe ich Chancen den FS wieder zu bekommen ? Macht es Sinn ,jetzt schon mal in der FS-Stelle vorsichtig nachzufragen ? Danke und Gruss Micha

      1. In dem Fall ist die nötige Wartezeit, bis man auch ohne MPU den Führerschein wieder bekommt, 15 Jahre ab dem letzten Entrag. Wenn der Führerschein dann aber wieder nur so kurz lebt wie beim letzten Mal, dann lohnt es die Mühe eigentlich eh nicht…

  1. Hallo, möchte fragen, mein Frist läuft ab 30.10.2017,zwischen durch sind meine Unterlage zu Führerscheinstehlle angekommen!Also was jetzt? Reagieren, nicht reagieren, verlängert, was i jetzt machen soll?

    1. Negatives Gutachten, nehme ich an? Gar nix machen ist keine gute Idee. Das führt nämlich nur dazu, dass der Führerscheinantrag gebührenpflichtig abgelehnt wird. Geben Sie das negative Gutachten auf keinen Fall ab. Dazu ist man nämlich nicht verpflichtet. Sie können versuchen, ob Sie Fristverlängerung bekommen und zu einer anderen MPU-Stelle gehen können. Wenn ja, dann haben Sie Glück gehabt und sollten natürlich jetzt wesentlich besser vorbereitet dort antreten. Falls die Führerscheinstelle nicht mitspielt, einfach ohne Angabe von Gründen den Führerscheinantrag kommentarlos zurückziehen und dann neu stellen. Und alles geht von vorne los.

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