Negatives Gutachten: Die Empfehlungen am Ende

Wer ein negatives MPU-Gutachten erhalten hat – also durchgefallen ist -, der findet ganz am Ende meistens mehr oder weniger umfangreiche Empfehlungen, was jetzt sinnvoll zu tun ist. Darauf will ich hier näher eingehen. 

Ganz entscheidend ist dabei folgendes: Befindet sich das negative Gutachten in Ihrer Führerscheinakte (weil Sie es selbst dort abgegeben haben oder zugestimmt haben, dass es direkt von der MPU-Stelle zur Führerscheinstelle geschickt wird), dann sind die „Empfehlungen“ dadurch so gut wie verpflichtend geworden. Wenn Sie das ignorieren, sinken Ihre Chancen auf ein positives Gutachten beim nächsten Anlauf ganz erheblich. Warum? Ganz einfach: Weil es eine ungeschriebene Regel der Berufsehre ist, dass ein Gutachter dem anderen nicht ans Bein pinkelt, indem er dessen Empfehlungen ignoriert.

Wenn Sie das negative Gutachten aber nicht abgeben und auch nicht die Dummheit begangen haben den Gutachter ausdrücklich von seiner Schweigepflicht zu entbinden, dann erfährt die Führerscheinstelle nicht mal einen einzigen Satz aus dem negativen Gutachten. Das selbe gilt für den nächsten MPU-Gutachter (jedenfalls wenn Sie nicht wieder zum gleichen MPU-Träger gehen!).

Wie also umgehen mit den Empfehlungen?

Das, was dort zu lesen ist, bezieht sich auf den Zustand Ihrer Vorbereitung, mit dem Sie zur (versiebten…) MPU angetreten sind. Oft waren diese Vorbereitungen nahe null. Und entsprechend ungeschickt haben Sie Ihren Fall auch verkauft. Verschlimmert wurde so etwas oft dadurch, dass (trotz großem Indianerehrenwort) nicht die „Wahrheit“ gesagt wurde, sondern stattdessen das, was der Kandidat als sozial erwünscht vermutet hat. Gerade diese Verhaltensweise geht aber als böser Schuss nach hinten los, weil die MPU mit völlig anderen Kriterien arbeitet und soziale Erwünschtheit keine Trumpfkarte ist.

Sie können also hoffentlich nachvollziehen, dass vor diesem Hintergrund die Empfehlungen am Ende des negativen Gutachtens meistens nicht sinnvoll 1:1 übernommen werden können, sondern eine kritische Neu-Interpretation vertragen.

Beispiel: Abstinenz

Sehr oft wird empfohlen, dass erst mal 12 Monate Abstinenznachweise gesammelt werden sollen vor dem nächsten MPU-Anlauf. Dass auch noch dabei steht, dass intensivere Aufarbeitung nötig ist o.ä., das wird gerne „überlesen“. Das böse Erwachen kommt dann erst bei der nächsten MPU (und die möglichst noch bei der gleichen Stelle wieder): Jetzt habe ich ja Abstinenz nachgewiesen, und dann muss es dieses Mal auch positiv ausfallen!

Wer so auf den Leim geht, der hat wirklich nichts verstanden. Sein Problem ist nämlich, dass er zu schlecht oder gar nicht vorbereitet angetreten ist. Ob in seinem Fall Abstinenz überhaupt nötig wäre, das ist noch gar nicht geklärt. Und der Abstinenznachweis löst das wirkliche Problem meistens nicht – deshalb wieder negatives Ergebnis.

Was folgt daraus?

Es folgt, dass das negative Gutachten zwar nicht für die Tonne ist, aber die fehlende Vorbereitung ganz gewiss nicht ersetzen kann. Wenn Sie bei der MPU durchgefallen sind, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, eine vernünftige und taugliche Vorbereitung anzugehen. Ob von den Empfehlungen aus dem Gutachten etwas umgesetzt werden sollte und was davon genau, das wird dabei zügig geklärt. Es macht aber keinen Sinn diese Empfehlungen sklavisch abzuarbeiten und erst dann noch ein bisschen Vorbereitung drauf zu setzen!

17 Gedanken zu „Negatives Gutachten: Die Empfehlungen am Ende“

  1. Hallo, musste jetzt eine MPU machen, weil ich im April 2015 eine 16 wöchige Entzug in einer Klinik machte, dort wurde es mir auch bestätigt, das ich wegen Spielsucht und Alkoholabhängigkeit Therapiert wurde, dann machte ich eine Nachbetreuung von einem Jahr beim Blauen Kreuz, trinke seit 03.10.2014 keinen Tropfen Alkohol mehr, aber es steht in den Akten Alkoholabhängig. Obwohl alles in meinem Entlassungsbericht drinnen steht, hat es dieser Therapeut nicht anerkannt, genauso meine Nachbetreuung vom Blauen Kreuz, er mein ich muss das alles noch einmal machen, und auch einen Verkehrspsychologen auf suchen, vier Haarproben abgeben, dauert ein Jahr. Mir wurde die Fahrerlaubnis nur wegen Schlafapnoe aberkannt, die aber mit Maske versorgt ist. Ein bekannter Berufskraftfahrer verursachte mit Alkohol einen Verkehrsunfall, und nach 11 Monaten bekam er seinen Führerschein wieder, obwohl es zuerst geheißen hat, er muss eine MPU machen, er sagte er ist Harz IV er kann es sich nicht leisten und das Amt zahlt nicht, bekam seien Schein wieder. Nun ich hatte nichts mit Alkohol im Straßenverkehr zu schaffen, keine Punkte, bin auch Harz IV und ich muss eine MPU ablegen. Der Leiter der Führerscheinstelle hat mir gesagt, das man eine MPU unter 1,6 Promille nicht machen muss, warum den dann ich???? Hier werde ich diskriminierend und menschenunwürdig behandelt

    1. Da stellt sich doch die Frage, auf welche Weise die Information über den Alkohol-Entzug in die Führerscheinakte gelangen konnte. Nach meiner Erfahrung ist meistens der Kandidat selber dran schuld, weil er naiv und ahnungslos das weitergeleitet hat. Nur wenn der Führerscheinstelle jetzt also die Diagnose Alkoholabhängigkeit bereits bekannt ist, dann führt kein Weg mehr an den 12 Monaten Abstinenznachweis und anschließender MPU vorbei.

      1. War aber 2015, 16 Wochen in einer Klinik, zum Therapie und das steht aber auch im Entlassungsbericht, das hat aber der Arzt bei dem Verkehrsgutachten nicht anerkannt, oder auch nicht richtig gelesen, und schrieb im Verkehrsgutachten Alkoholabhängig rein, und nicht dazu das es bereits Therapiert wurde, ebenso die Nachuntersuchung von einem Jahr. Darauf hat dann die Führerscheinstelle eine MPU beantragt, die ich vollzogen habe, und der Therapeut kennt diese 16 Wochen als zu wenig an.Nun soll ich nach drei Jahren, dies alles jetzt noch einmal machen, einen Verkehrspsychologen aufsuchen, eine Selbsthilfe Gruppe aufsuchen, obwohl ich seit dem 03.10.2014 keinen Tropfen Alkohol trinke, und dann noch einmal eine MPU.
        Dann die Frage, wieso kann ein Berufskraftfahrer, der einen Unfall mit Alkohol verursachte seinen Führerschein bekommen, ohne MPU?

        1. Der Fehler (so wie ich das momentan sehe) dürfte darin bestanden haben, dass Sie den Entlassungsbericht überhaupt bei der MPU vorgelegt haben. Wenn nämlich Abhängigkeit als Diagnose drin steht (was bei solchen Kliniken fast immer der Fall ist), dann wird das auch durch eine erfolgreiche Therapie nicht wieder „gelöscht“. Abhängigkeit bleibt lebenslang bestehen („trockener Alkoholiker“). Für die MPU gibt es ganz klare Vorschriften, was nötig ist, damit die Fahrerlaubnis trotzdem wieder erteilt werden darf. Und das sind eben mindestens 12 Monate Abstinenznachweis – nicht nur 16 Wochen. Da hat der Gutachter keinen Entscheidungsspielraum.
          Und zu Ihrer Frage mit dem Berufskraftfahrer: Wenn der Ersttäter Alkohol ist und weniger als 1,6 ‰ bei der Trunkenheitsfahrt hatte, dann muss er nicht zur MPU. Egal ob Unfall oder nicht. Das ist einfach so geregelt!

  2. gehe seit Oktober 2015 regelmäßig zur Blutabnahme, um meine Werte besser im Griff zu haben, und das kann ich mit Laborwerten nachweisen, aber das zählt alles nichts. Der Entlassungsbericht habe ich zum Verkehrsgutachten vor zeigen müssen, und die haben es im Gutachten rein geschrieben, aber nichts von den vierteljährlichen Laborwerten, die da auch vorlagen. Hätte die mir das schon 2016 gesagt, dann wäre diese Gesichte schon längst vom Tisch, aber nicht jetzt 2018, nochmal ein Jahr warten, verlor deshalb auch meinen Nebenjob, der mir als Harz IV Empfänger etwas mehr Spielraum brachte. Jeder der den Fall kennt findet das als Niederträchtig, andere Stadtbekannte Säufer fahren Täglich mit dem Auto, oder andere sehen nichts mehr, usw. und mit mir spielen die dieses Theater, obwohl ich mir nichts zu schulden kommen lies.

    1. >> das kann ich mit Laborwerten nachweisen, aber das zählt alles nichts.

      Das zählt leider oft wirklich nichts! Warum? Es gibt ganz klare Vorgaben, was wie bei der MPU nachzuweisen ist (die CTU-Kriterien). Das kann man als Schikane betrachten, aber ich meine, es hat eine ganz entscheidende positive Seite: Die CTU-Kriterien sind verbindlich und nichts Geheimes. Jeder kann das haarklein nachlesen und dadurch sicher sein, dass seine Abstinenznachweise anerkannt werden, wenn er sich daran gehalten hat. Die so genannten Leberwerte werden schon seit mehreren Jahren nicht mehr als Abstinenznachweis für die MPU anerkannt. Ich vermute stark, dass in Ihrem Fall einfach starker Informationsmangel besteht. Die wesentlichen Infos werden einem nicht hinterher getragen, sondern man muss sich selber drum kümmern.
      Mein Rat: Verschwenden Sie nicht weiter Ihre Zeit damit sich mit anderen Alkohol-Auffälligen zu vergleichen, sondern beschaffen Sie sich endlich alle wichtigen Informationen!

      1. Also auf Deutsch gesagt, den bei Ausländer würde das nicht so abgehen, werde ich vom Staat total verarscht, den wie soll ich das als Harz IV Empfänger bezahlen???????? Also werde ich vom Staat in die Abhängigkeit zum Harz IV Empfänger, und die anderen Lachen sich eins, besser gesagt mich aus, das ist eine Menschenunwürdige Behandlung, aber das Interessiert dem Staat nicht, das er somit das GG verletzt. Bis jetzt habe ich mich nach dem Gesetzt gehalten, aber………….

  3. >> wie soll ich das als Harz IV Empfänger bezahlen?

    Diese Frage hätten Sie sich besser stellen sollen, bevor Sie alkoholisiert ins Auto gestiegen sind. DAS macht absolut jeder völlig freiwillig. Oder sind Sie etwa auch dazu „vom Staat gezwungen“ worden?
    Ich meine, anstatt immer nur zu jammern und die Schuld bei anderen zu suchen, wäre es wesentlich wirksamer, wenn Sie sich endlich mal schlau machen. Wenn Sie meine Homepage aufmerksam von oben bis unten durchlesen, werden Sie mit Sicherheit entdecken, an welchen Stellen Sie fundamentale Fehler gemacht haben, die erst dazu geführt haben, dass Sie sich jetzt in dieser verfahrenen Situation befinden.
    Es ist aber viel einfacher und weniger mühsam weiter zu jammern und Staat, Ausländern und wem sonst noch die Schuld zu geben.
    >> bei Ausländer würde das nicht so abgehen
    Vielleicht sollten Sie einfach in ein anderes Land gehen. Dann sind Sie dort Ausländer und können nach Herzenslust die tollen Vorteile genießen, die man als Ausländer hat…

    1. Sie verstehen da etwas falsch, ich bin nicht alkoholisiert gefahren, hatte nichts mit Alkohol im Straßenverkehr zu tun, mir wurde die Fahrerlaubnis wegen Schlafapnoe aberkannt und die ist eingestellt, bei mir steht in den Akten das ich Alkohol abhängiger bin, weil ich April 2015 freiwillig eine Reha machte wegen Spielsucht und mir von den Ärzten geraten wurde ich soll mir doch auch wegen dem Alkohol Verzicht, Ratschläge holen. HATTE NICHTS MIT ALKOHOL IM STRASSENVERKEHR ZU TUN, HABE AUCH KEINE PUNKTE. Stellen Sie mich nicht als Alkohol Sünder hin, wen ich keiner bin. Bevor Sie Ratschläge geben sollten Sie sich, lieber diese Schreiben erst einmal richtig durch lesen.

    2. Wieso können Sie einfach behaupten ich sei betrunken Autogefahren?
      Was Sie jetzt behaupten ist vortäuschen falscher Tatsachen, eine diskriminierende falsche Aussage von Ihnen.

      1. Nun da ich jetzt von Ihnen bis jetzt keine Entschuldigung kam, wegen übler Nachrede, ich sei im betrunkenen Zustand Autogefahren, werde ich dies jetzt meinem Rechtsanwalt übergeben.

  4. Hallo,
    ich bin jetzt auch soweit das ich eine mpu machen muss.
    Ich habe jetzt das Problem,das die Gutachtungsstelle mir Fragestellung Drogen und Drogenscreening berechnet obwohl die Fsst als Begründung nur 2x fahren ohne Fahrerlaubnis (mofa,roller) und 1x Fahrrad fahren mit 1,61% alk. Angibt. Nix mit Drogen!!!
    Wieso soll ich jetzt noch fragestellung drogen bezahlen und drogenscreening?
    Mir ist auch aufgefallen das die Fsst als fragestellung an den Gutachter schickt:“ ist zu erwarten, dass die/der Untersuchte auch zukünftig ein Fahrzeug unter dem Einfluß berauschender Mittel (z.B. Alkohol, Medikamente, Drogen etc.) führen wird bzw. liegen als Folge unkontrollierten Konsums derartiger Stoffe Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen von Kraftfahrzeugen in Frage stellen ?“ und „…erhebliche gegen verkehrsrechrliche bestimmungen verstoßen wird?“ aber keine fragestellung direkt auf alkohol obwohl es nur um Alkohol geht?

    Wieso muss ich drogen-alkohol-verkersrechtliche bestimmungen MPU machen obwohl ich nix mit drogen zu tun habe!? (Ersterteilung hatte noch nie ekn FS)
    Ich war auch beim MPU Berater und ich habe mich. Nur auf eine alkohol mpu vorbereit und verkehrsrechtliche.
    Danke für die Antwort.

    1. Also da würde ich zur Führerscheinstelle gehen und konkret nachfragen, was das soll. Haben Sie Akteneinsicht genommen in die Führerscheinakte? Wenn da nichts drin steht, das einen Bezug zum Thema Drogen hat, dann ist das wohl einfach ein ganz banales Versehen.

      1. Ja ich hatte akteneinsicht. Dort ist ein Ermittlungsverfahren abgeheftet von 2010 wegen besitz von cannabis dieses wurde aber eingestellt. 2013 habe ich schonmal eine MPU gemacht welche negativ verlief wo ich aber auch als fragenstellung nur alkohol + strafrechtliche hatte(fsst weis nix von der negativen MPU damals)

        Kann ja nicht sein, dass ich jetzt aufeinmal noch drogenfrage mit screening machen soll. Ich hoffe es ist nur ein versehen.

        Ich danke Ihnen!

        1. Also ein eingestelltes Ermittlungsverfahren bedeutet für die MPU nicht, dass das bedeutungslos wird automatisch! Der Besitz von Cannabis ist ja wohl aktenkundig – auch wenn vom Gericht das nicht weiter verfolgt wurde. Wenn AUSSER dem Besitz kein Vergehen mit direktem Bezug zum Straßenverkehr vorliegt, wäre der normale Weg allerdings der, dass ein amtsärztliches Gutachten angeordnet wird.

  5. Es wird vielmehr die mpu im Vordergrund steht weil der Fahrer/in beim 1,5% oder mehr erwischt. MPU gleich idiotentest empholen. Thousande von Bürger machen und bis 2 temal nicht mal schaffen abgesehen von kosten über tausende von Euros und Frust inklusive. Woran liegt es? Arme Bürger.

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