Warum ich MPU-Vorbereitungen mache

Ich kenne die MPU von beiden Seiten

Kurz-Zusammenfassung:

Ich bin Psychologe, aber das Thema MPU und Verkehrspsychologie hat mich nie interessiert. Das hat sich schlagartig geändert, als es mich selber "erwischt" hat und ich zur MPU antreten musste. Ich konnte damals den Führerschein behalten, aber was ich insgesamt erlebt habe, das hat doch entscheidende Spuren bei mir hinterlassen.

Was damals passiert ist

1. Ahnungslos

Mir ging's wie vielen: Ich wurde völlig ahnungslos von der "MPU-Einladung" erwischt und war mir erst völlig sicher, dass der Anwalt das problemlos abbiegen können würde. Leider hat sich das als Irrtum erwiesen, der viel wertvolle Zeit gekostet hat.

2. Verkehrstherapie

Mir ist klar, dass die meisten denken werden, für einen Psychologen kann das doch kein Problem sein. Das täuscht aber, weil das für die MPU nötige Wissen von ganz besonderer Art ist. Die Zeit war schon knapp geworden. Deshalb bin ich zu einem Verkehrstherapeut gegangen. Was dort aber ablief, fand ich ziemlich unbrauchbar, weil nicht auf das eingegangen wurde, was ich wirklich wissen wollte.

3. Die eigentliche Vorbereitung

Die Verkehrstherapie hatte ich unzufrieden und stark verunsichert beendet. Zusammen mit meinem psychologischen Grundwissen, viel hektischem Literaturstudium und einer Portion Glück habe ich die MPU aber doch im ersten Anlauf bestanden.

4. Gedanken danach

Natürlich war ich froh den Führerschein behalten zu können, das ist ja wohl klar. Obwohl ich als Psychologe aber bestimmt einen Vorteil hatte, fühlte ich mich unterm Strich rundrum für dumm verkauft. Man mag von der MPU ja was auch immer halten, aber ich war wirklich erschüttert davon, welche Rolle für das Bestehen es spielt, dass man ganz bestimmte Spielregeln vorher gelernt hat und sie richtig umsetzen kann. Sonst hat man keine Chance!

5. Mein Weg zum MPU-Vorbereiter

Das alles ist jetzt 10 Jahre her. Ich habe mich - ganz ehrlich - aber so sehr über das alles geärgert, dass ich einfach das Bedürfnis hatte, dagegen im Rahmen des Möglichen etwas zu tun. Das bedeutet ganz konkret: Gezielte Vorbereitung auf das Gespräch mit dem psychologischen MPU-Gutachter. Damit steht und fällt nämlich der Erfolg der MPU. Und es war genau das, was ich von meinem Verkehrspsychologen eben nicht bekommen habe.

Auf den Punkt gebracht:

Mit meinem Verkehrstherapeut war ich vor allem deshalb so unzufrieden, weil ich nur das Gefühl hatte, dass unabsehbar lange bloß im Nebel rumgestochert wird. Ich kam mir auch nach mehreren Stunden kaum sicherer und besser vorbereitet vor als am Anfang. Das war deshalb sehr störend für mich, weil ich absolut keine Lust hatte mich irgendwelchen »therapeutischen Künsten« anzuvertrauen, deren Qualität ich nicht einschätzen konnte.

Die MPU funktioniert nach sehr detailliert festgelegten Regeln. Ich sehe keinen Grund, warum Sie nicht wissen sollten, nach welchen Kriterien Sie der psychologische Gutachter begutachten und einstufen wird. Ich finde, hier gehören bei der Vorbereitung die Karten einfach offen auf den Tisch.

Jede MPU-Vorbereitung, die sich an der Vorgabe du sollst nicht merken wie der Gutachter arbeitet orientiert und darauf baut, dass Sie schon selber ganz nebenbei das Richtige erkennen werden, ist in meinen Augen eine Mogelpackung. Wer für die korrekte Erledigung seiner Arbeit einen solchen »Schutz« braucht, ist meiner Meinung nach seiner Aufgabe nicht gewachsen.


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