Verkehrstherapie und MPU-Vorbereitung

Kurz-Zusammenfassung:

"Kann ich bei Ihnen auch eine Verkehrstherapie machen?" werde ich oft gefragt. Eine ganz klare Frage, denkt man. Warum ich darauf trotzdem nicht mit einem einfachen Ja oder Nein antworten kann, das hat einen weiter in die Tiefe reichenden Grund, von dem ich meine, Sie sollten ihn in Ihrem eigenen Interesse unbedingt kennen. Lesen Sie's also trotz der Länge aufmerksam durch.

Verkehrstherapie: Wie sehen Sie das?

Kürzlich habe ich einen Satz gelesen, der nach meiner Erfahrung ganz bestimmt schon viele MPU-Kandidaten eine Menge Geld und Nerven gekostet hat: MPU-Fragen gehören nicht in eine Verkehrstherapie, da sie von den therapeutischen Zielen ablenken.

Diesen Satz sollte man sich mal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lassen. In der Realität werden das zwar nicht alle Verkehrspsychologen in dieser Schärfe handhaben, aber es ist eben doch das Credo der Verkehrstherapie auf einen Punkt gebracht: Dein Führerschein interessiert mich nicht. Bei mir wirst du therapiert. Mit etwas Glück wirst du dann schon auch die MPU schaffen. Aber wie gesagt, das ist DEIN Problem!

Also ein »Nein« nur Verkehrstherapie?

Bestimmt nicht pauschal, aber zu diesem Verständnis von Verkehrstherapie schon, denn das widerspricht meinem Selbstverständnis. Bei Wikipedia ist nachzulesen: "Der eingebürgerte Begriff 'Verkehrstherapie' ist unscharf und nicht eindeutig definiert." Damit ist aber auch die oben erwähnte krasse Trennung von Verkehrstherapie und MPU-Fragen nicht verbindlich zu begründen. Es ist eine (zwar weit verbreitete, aber nicht zwingende) Sichtweise, der man sich anschließen kann - oder auch nicht. Ich tue es nicht.

Ich meine:

Obwohl es auch für diesen Ansatz Argumente gibt, über die man ernsthaft diskutieren kann, will ich mich dieser Ansicht aber nicht anschließen, weil ich ein Verständnis vom Begriff Kunde habe, das da in vielen Punkten mit Füßen getreten wird. Ich finde es nicht korrekt, wenn nicht berücksichtigt wird, dass der Kunde ja immerhin ein zahlender Kunde ist, der mit seiner Zahlung auch einen Anspruch auf eine ganz bestimmte Leistung erwirbt. Ich kann deshalb nichts Schlechtes daran finden, wenn der Ablauf der MPU sehr wohl zentral in meiner MPU-Vorbereitung vorkommt.

Es geht nicht darum, dem Kunden irgendwelche »Tricks« zu verraten oder ihm etwas Bestimmtes anzutrainieren. Er soll bei mir aber im Detail erfahren, was der Gutachter von ihm wissen möchte und welche Folgen es hat, wenn er bestimmte Fragen einfach nicht beantworten kann. Diese Lücken möchte ich schließen helfen.

MPU-Fragen ≠ Verkehrstherapie?

Angeblich sind MPU-Fragen nicht gut in der Verkehrstherapie, wie wir ja oben lesen konnten. Der edle Therapeuten-Psycho will sich mit so was wohl nicht die Hände schmutzig machen, scheint es! Das finde ich besonders pikant, wenn ich mir die Logik mancher MPU-Fragen und die darauf erwarteten Antworten für positive Bewertung ansehe. Es gibt nämlich eine ganze Reihe erstaunlich weltfremder Zusammenhänge, die für die »Logik« der MPU konstruiert werden. Da kann ich's dann schon verstehen, wenn man drum einen weiten Bogen macht und "Ablenkung von den therapeutischen Zielen" zu erkennen glaubt.

Tatsache ist aber nun mal, dass die schöne ach so wissenschaftlich seriös abgesicherte MPU als »Prüfstein« dafür ausersehen ist, ob der Kandidat im Straßenverkehr auf die Allgemeinheit losgelassen werden darf oder nicht. Angeblich ist es ja ein bestens dafür geeignetes Messinstrument. Warum also sollte dann gerade dieses Instrument so untauglich ausgerechnet für Verkehrstherapie sein?

Wer sich wirksam auf die MPU vorbereiten möchte, kommt um intensive Beschäftigung mit einer Menge verkehrstherapeutischer Fragen gar nicht herum. Es wäre deshalb schon sehr seltsam, wenn gerade das so kontraproduktiv für die therapeutischen Ziele sein sollte!

Zwei Fragen drängen sich also auf:

  1. Könnte es sein, dass die therapeutischen Ziele der klassischen Verkehrstherapie sich merklich von dem unterscheiden, was die MPU zu leisten vorgibt? - Das soll nicht den Nutzen von Verkehrstherapie an sich in Frage stellen, wohl aber zum Nachdenken anregen, ob sie dann ein so gutes Mittel zur MPU-Vorbereitung ist.
  2. Ist vielleicht die MPU bei weitem kein so »sauberes« Messinstrument, wie es nach außen verkauft wird, so dass genau deshalb bei der Vorbereitung die Karten nicht offen auf den Tisch kommen sollen?

Verkehrstherapie, MPU-Vorbereitung und offene Messer

Es wäre wirklich Augenwischerei, wenn man behaupten würde, dass in meinem MPU-Training keine Verkehrstherapie stattfindet. Es ist aber nicht die klassische Art: nämlich die Art, die den Klient ins offene Messer laufen lässt bei der MPU, falls er eben das Pech hat, die typischen Stolperfallen im Gutachter-Gespräch durch eigene intellektuelle Leistung nicht mit traumwandlerischer Sicherheit erkennen zu können - denn darauf hingewiesen soll er ja nicht werden...

Weil ich das nicht unterstützen möchte und vor einigen Jahren selbst als MPU-Betroffener schon arg gemischte Erfahrungen mit diesem Verständnis der Verkehrstherapie machen konnte, ist mein Angebot ganz gezielt auf das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter zugeschnitten: Es ist die Vorbereitung darauf in Reinform und deshalb für das Bestehen der MPU hoch effektiv.


Was daraus folgt:

Ob Sie trotzdem eine klassische Verkehrstherapie für sich persönlich für wichtig halten - vielleicht weil Sie das Bedürfnis haben sich therapeutisch mit der Problematik zu befassen, die zur MPU geführt hat - das ist ganz allein Ihre Entscheidung. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es kein Zufall ist, dass sich auch immer wieder MPU-Kandidaten an mich wenden, die bereits eine Verkehrstherapie absolviert haben und trotzdem das Gefühl haben nicht wirklich für die MPU fit zu sein.

Ob mit oder ohne Verkehrstherapie davor: Dieser Zustand lässt sich in sehr kurzer Zeit radikal ändern, glauben Sie's mir!



[ Navigations-Menu aufrufen ]