Bei der MPU durchgefallen:
negatives MPU-Gutachten!

Kurz-Zusammenfassung:

Wenn Sie diese Seiten hier erst lesen, nachdem Sie bei der MPU durchgefallen sind, ist der Schreck wahrscheinlich erst mal groß. Dringender Rat als Allererstes: Das negative Gutachten NICHT abgeben! Bei der Führerscheinstelle wird man Ihnen vielleicht was anderes erzählen und Ihnen sogar Druck machen. Lassen Sie sich davon aber nicht einschüchtern.

Lesen Sie zuerst diese Seite hier aufmerksam und von Anfang bis Ende durch. Bitte tun Sie's wirklich, denn Sie finden hier alles Wichtige!

Bei der MPU durchgefallen: Was folgt daraus?

Wenn Sie bei der MPU durchgefallen sind, erhalten Sie nach etwa 14 Tagen das negative Gutachten. Das heißt vielmehr, Sie sollten natürlich zwei Ausfertigungen erhalten - oder haben Sie etwa den Fehler begangen, dass Sie die Zustimmung unterschrieben haben, dass eine Ausfertigung direkt an die Führerscheinstelle geschickt werden darf? Wenn ja, stoppen Sie das sofort!!! Sorgen Sie dafür, dass Sie unbedingt beide Ausfertigungen erhalten, denn ein negatives Gutachten hat in Ihrer Führerscheinakte nix verloren (wo es sonst nämlich mehr als 10 Jahre lang bleiben und ein böses Hindernis für Sie bedeuten würde).

Falls aber auch dieses Kind schon in den Brunnen gefallen und das negative Gutachten tatsächlich bei der Führerscheinstelle gelandet ist, hat das eine wichtige Konsequenz: Am Ende des Gutachtens steht fast immer eine Empfehlung, was Sie tun sollten. Wenn Sie dieser "Empfehlung" nicht folgen, ist Ihnen das nächste negative Gutachten schon so gut wie sicher. Warum ist das so? Ganz einfach ausgedrückt: Weil der nächste Gutachter seinem Kollegen nicht gern ans Bein pinkeln will (sowas wie Berufsehre eben...).

Die Nerven behalten!

Mich erreichen immer wieder verzweifelte Hilferufe wegen knapp bevorstehender Fristen, wo dieses oder jenes jetzt unbedingt geschehen muss. Bleiben Sie cool und machen Sie jetzt keine Dummheiten: Wenn Sie ein negatives Gutachten erhalten haben, ist ein entscheidender Fehler fast immer schon geschehen (nämlich der, dass Sie zu schlecht oder sogar überhaupt nicht vorbereitet zur MPU angetreten sind). Das ist nicht mehr rückgängig zu machen. Dass ein negatives Gutachten nachträglich doch noch korrigiert wird habe ich erst ein einziges Mal erlebt. Es macht also keinen Sinn darauf jetzt irgendwelche Hoffnungen zu setzen. Auch dann nicht, wenn von der MPU-Stelle ein klärendes Gespräch angeboten wird. Es geht dabei nur darum Ihnen das negativ bewertete Gutachten etwas besser zu erläutern. Änderungen an diesem Gutachten sind nicht vorgesehen.

Die Fristsetzung, die so oft gefürchtet wird, kommt von der Führerscheinstelle, und meistens handelt es sich dabei einfach um das Auslaufen der Frist des Führerscheinantrags. Im Raum steht die Drohung: Wenn Sie bis zu diesem Zeitpunkt das Gutachten nicht vorlegen, wird der Führerscheinantrag abgelehnt. Diese Drohung schüchtert viele ein, obwohl es sich nur um eine verwaltungsmäßige Formalität handelt.

Die Führerscheinstelle macht Ihnen Druck?

Es ist wichtig, dass Sie Ihre momentane Situation verstehen: Das negative Gutachten besagt ja gerade, dass Sie eine besondere Gefahr darstellen - ganz frisch vom Gutachter festgestellt. Es ist also geradezu die Aufforderung an die Führerscheinstelle, Sie nicht wieder fahren zu lassen.

Kommen Sie vor allem nicht auf die Idee, der Führerscheinstelle irgendetwas "schuldig" zu sein oder den Sachbearbeiter "freundlich stimmen" zu müssen. Er kann Ihnen den Führerschein entziehen (falls Sie ihn momentan noch haben) oder eben den Antrag auf Neuerteilung ablehnen. Und absolut nichts anderes würde er natürlich auch tun, wenn Sie ihm das negative Gutachten vorlegen! Oder was dachten Sie denn?

Der Ablehnung Ihres Führerscheinantrags können Sie formal zuvor kommen, indem Sie den Antrag selbst zurückziehen (am besten ohne irgendwelche Angaben, denn Sie sind dazu nicht verpflichtet). Sie sparen dadurch die Verwaltungsgebühr der Ablehnung Ihres Antrags.

Mein Angebot:

  • Wenn Sie schon ein negatives Gutachten bekommen haben, schicken Sie mir das doch zu (per Email, Fax oder Briefpost). Ein Schnellcheck gibt mir einen ersten Eindruck von Ihrem Fall. Sie erhalten von mir in wenigen Zeilen den Kernpunkt für das negative Gutachten aufgezeigt und eine Empfehlung für das weitere Vorgehen. - Diese Leistung ist kostenlos.

Gutachten ausgewertet = fit für neuen Anlauf?

Meistens leider nicht. Ich kann Ihnen zwar sehr konkret sagen, an welchen Stellen bei der Begutachtung Sie schließlich durchgefallen sind, aber das löst das Problem noch nicht. Tatsächlich gibt es Fälle, wo sich ein bestimmter Punkt heraus kristallisiert, an dem der MPU-Kandidat nur einen einzigen ganz klaren Fehler gemacht hat, der zwingend zum negativen Gutachten führen musste (z.B. zu kurzer Zeitraum für Abstinenznachweis). Es ist aber der Ausnahmefall.

Wesentlich häufiger erhalte ich allerdings solche negativen Gutachten, bei denen ich deutlich erkennen kann, dass es noch an sehr Fundamentalem fehlt. Das ist insofern etwas tückisch, weil sich für den Betroffenen ein solches Gutachten oft verhältnismäßig harmlos liest. Typisch sind solche Gespräche, die wesentlich kürzer als eine Stunde gedauert haben und bei denen schon nach wenigen Minuten durch entsprechend »schlechte« Antworten klar war, dass die Bewertung nur noch negativ ausfallen kann. Die Befragung wird dann oft knapper gehalten, weil es ja eh nichts mehr bringen würde für die Beantwortung der Fragestellung der Führerscheinstelle.

Man darf also ganz naiv nicht davon ausgehen, dass die nächste MPU wieder genau gleich ablaufen wird und es nur darum geht, ein paar Dinge anders darzustellen. Ohne diese Schwachpunkte beim neuen Anlauf werden Sie mit Fragen konfrontiert werden, die im alten Gutachten gar nicht vorkamen. Entweder Sie sind jetzt insgesamt deutlich besser vorbereitet (und das geht nicht durch Lesen des negativen Gutachtens allein), oder Sie werden sehr wahrscheinlich an späteren Stellen im Gutachter-Gespräch wieder hängen bleiben!

Nächster MPU-Anlauf bei der gleichen MPU-Stelle?

Nein, natürlich nicht, denn die kennen ja Ihr negatives Gutachten, und da würde es keinen Sinn machen, dass Sie das extra nicht abgegeben haben! Mal ganz abgesehen davon, dass Sie der gleiche Gutachter sowieso kein zweites Mal begutachten darf, liegt die Wahl der MPU-Stelle ja bei Ihnen und nicht z.B. bei der Führerscheinstelle, wie immer wieder fälschlich angenommen wird. Sie bekommen dort zwar eine Liste von MPU-Stellen aus der mittleren Umgebung, aber daran sind Sie nicht gebunden. Diese Liste ist nur ein unverbindlicher Vorschlag, mehr nicht. Sie können zu jeder beliebigen MPU-Stelle Deutschlands gehen. Momentan gibt es rund 270 Stück von derzeit 16 zugelassenen Trägern.

Das negative Gutachten: Nur was für die Tonne?

Nein, so ist das nicht. Sie haben schließlich Geld dafür bezahlt, also etwas langsam bitte! Es stimmt, dass Sie das Gutachten nicht bei der Führerscheinstelle abgeben sollten. Wenn Sie sich aber besser vorbereiten wollen und z.B. an meiner MPU-Vorbereitung teilnehmen wollen, ist das Gutachten durchaus nützlich. Ich kann sehen, wo genau die größten Schwächen waren, und zielgerichtet setzen wir dort an. Das bedeutet eine Vereinfachung für Sie und die Möglichkeit zu viel treffsichereren Fragen für mich. - Das Gutachten also nicht wegwerfen!



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