Einen Moment noch…!

Was dieser Beitrag behandelt:

Ich kann gut nachvollziehen, dass man wegen MPU in eine gewisse Panik gerät und die Gelassenheit verliert. Wenn Sie das hier lesen, haben Sie ja zumindest so weit recherchiert, dass Sie auf meiner MPU-Homepage gelandet sind. Wenn Ihnen das, was Sie hier vorgefunden haben, sinnvoll erscheint, sollten Sie vor den nächsten Schritten einen Augenblick nachdenken:

Wenn Sie jetzt zum regional nächstgelegenen Verkehrsterapeut gehen, sollten Sie sich bewusst sein, dass der mit hoher Wahrscheinlichkeit ein grundlegend anderes Konzept verfolgen wird als das, was ich Ihnen hier vorgestellt habe.

Was steht im Zentrum?

Ich befasse mich jetzt seit mehr als 10 Jahren intensiv mit der Vorbereitung auf die MPU. Meine Erfahrung belegt ganz klar, dass mit großem Abstand fast alle negativen Gutachten am Gespräch mit dem psychologischen Gutachter gescheitert sind. Das ist nicht überraschend, denn das Gutachtergespräch von ca. 1 Stunde Dauer ist ja der umfassendste Baustein der MPU.

Deswegen finde ich es nur konsequent bei der MPU-Vorbereitung ganz klar den Schwerpunkt auf das Gutachtergespräch zu legen, denn damit steht oder fällt ja offensichtlich die Begutachtung.

Die Suche nach einem Verkehrstherapeut

Mal ganz ehrlich: Möchten Sie eine Therapie machen oder wollen Sie den Führerschein möglichst schnell und gradlinig wieder bekommen? Diese Frage sollten Sie sich unbedingt stellen und beantworten, denn nach dem Selbstverständnis vieler Verkehrspsychologen ist das Wieder-Erlangen der Fahrerlaubnis nur ein Nebeneffekt und nicht das ausdrückliche Ziel der Maßnahme. - Lesen Sie dort mehr dazu.

Ich empfehle Ihnen deshalb dringend diesen Punkt ausdrücklich zu klären bevor Sie sich auf eine langwierige Maßnahme einlassen, die möglicherweise gar nicht das zum Ziel hat, was Ihnen wichtig ist!

Aberglaube ist fehl am Platz

Ich erlebe immer wieder, dass MPU-Kandidaten ein stark abergläubisches Verhalten an den Tag legen: Es wird geglaubt, dass man sich durch eine besondere Art von »erwünschtem Wohlverhalten« günstigere Aussichten auf das Bestehen der MPU verschaffen kann. Dieser Aberglauben ist oft sehr umfassend: Dazu gehört eine Art von »Einschmeicheln« bei der Führerscheinstelle z.B. durch Auswahl von MPU-Stelle und Verkehrstherapeut aus Auflistungen, die man oft von der Führerscheinstelle bekommt (in der Annahme, dass man dadurch einen guten Eindruck hinterlässt) bis hin zu der festen Überzeugung, dass es bestimmt schon "die halbe Miete" für die bestandene MPU sein wird, wenn man einen Kurs einer Tochterfirma des MPU-Trägers absolviert hat.

Die Realität zeigt aber, dass Beides nur ein schöner Wunschtraum ist.

Das Wichtigste in Kürze:

Vieles um die MPU herum ist nur wenig übersichtlich, und wer Rat sucht, kann oft an verheerend schlechte Hilfe geraten. Ich fasse deshalb hier zusammen, was ich für die schlimmsten Fehler halte:

  1. Die Führerscheinstelle ist oft eine schlechte Anlaufstelle, wenn Sie Rat und Hilfe suchen. Reine Verwaltungsleute begegnen Ihnen dort, deren Fachwissen meistens nicht weit über die Verwaltungsakte raus reicht.
    • Rechnen Sie nicht damit, dass Sie dort zutreffende Auskunft bekommen was Abstinenz o.ä. Fragen angeht.
    • Die Führerscheinstelle verwaltet auch Ihre Führerscheinakte. Je weniger dort drin landet, um so besser. Seien Sie deshalb der Führerscheinstelle gegenüber nicht unnötig gesprächig!
  2. Ja, es gibt Fristen, die nicht einzuhalten erhebliche Nachteile bringen kann. Noch viel gefährlicher ist es aber in Panik und vermeintlichem Zeitdruck Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenz einem nicht vollkommen klar ist.
  3. Ohne fundierte Vorbereitung stehen die Chancen bei der MPU sehr schlecht, denn es geht nicht darum "einfach die Wahrheit" zu sagen. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Gehen Sie aber nicht blind zum nächstgelegenen Verkehrspsychologe, den Sie irgendeiner Liste entnommen haben. Klären Sie unbedingt zuerst, was Sie dort geboten bekommen (Stichwort: Therapie oder Vorbereitung aäuf die MPU?) und welche Kosten auf Sie zukommen.
  4. Auch Rechtsanwälte sind nicht immer eine gute Anlaufstelle für alle MPU-Fragen. Das liegt daran, weil nur ein recht kleiner Teil der Fragen juristischer Natur ist. Der Rest ist medizinischer oder psychologischer Art, und das ist eine ganz andere Baustelle.

Sie haben noch Fragen? Kurze Email an mich mit Namen und Telefonnummer und wann ich Sie am besten erreichen kann.