Die Grundlagen der Begutachtung verstehen
Es ist wichtig, dass Sie die grundlegende Funktionsweise der MPU verstehen, damit Sie nicht in Panik geraten und vor allem die Vorbereitung auf die MPU sinnvoll gestalten können.
Das finden Sie hier:
Bei der MPU steht oder fällt der Erfolg der Begutachtung in 90 % der Fälle beim psychologischen Teil. Der Gutachter hat rund eine Stunde Zeit für das Einzelgespräch mit Ihnen. Sie müssen Ihn davon überzeugen, dass Ihre Aufarbeitung Hand und Fuß hat und nicht wie ein Kartenhaus bei der kleinsten Erschütterung in sich zusammenfallen wird.
1. Die Rolle der Führerscheinstelle
Es ist diejenige Instanz die gewissermaßen Ihren Führerschein "verwaltet" und Maßnahmen durchführt wie Entzug der Fahrerlaubnis, Neuerteilung usw. Sie haben es dort mit einem Sachbearbeiter zu tun, der (hoffentlich…) die für seinen Job wichtigen Rechte und Pflichten kennt - mehr aber meistens nicht. Schon für Fragen wie z.B. nach Abstinenz ist er der falsche Adressat! Es ist wichtig das zu wissen, weil es ohne weiteres passieren kann, dass Sie eine völlig falsche Auskunft bekommen aus falscher Hilfsbereitschaft.
Eine wichtige Funktion der Führerscheinstelle ist Anordnung eines ärztlichen Gutachtens oder einer MPU mit dem Ziel fehlende Klarheit zu schaffen. Ausgangspunkt ist nämlich meistens ein Vorfall, der Grund zur Annahme gibt, dass der Kandidat zur Teilnahnme am Straßenverkehr ungeeignet sein könnte. Weil der Sachbearbeiter selber dazu nicht kompetent ist, wird ein Gutachter benötigt.
Was genau dieser Gutachter untersuchen soll, das legt Ihr Sachbearbeiter bei der Führerscheinstelle fest. Ihm steht daür ein ganzer Pool an Fragestellungen zur Verfügung.
Wo Sie sich begutachten lassen wollen, das dürfen Sie selbst entscheiden - aber nicht ganz beliebig: Die von Ihnen ausgesuchte Begutachtungsstelle muss zugelassen sein zur Durchführung von Fahreignungsüberprüfungen. Eine Liste aller MPU-Stellen finden Sie hier.
Dazu eine nicht unwesentliche Feinheit: Sie können zwar die MPU-Stelle aussuchen, aber nicht den einzelnen Gutachter.
2. Die Rolle der MPU-Stelle
Die MPU-Stelle wird in Ihrem Auftrag tätig. Das merken Sie sehr schmerzlich daran, dass Sie die Begutachtung ja bezahlen müssen. Da Sie der zahlende Kunde sind, sollten Sie sich nicht als Bittsteller sehen. Es ist z.B. nicht notwendig, dass Sie drauf warten, dass Ihnen irgendwann irgendein Termin zugewiesen wird. Setzen Sie sich stattdessen mit der MPU-Stelle in Verbindung und besprechen Sie, welche Termine zur Verfügung stehen.
Früher existierte eine Preisbindung für MPUs. Das ist aber schon vor mehreren Jahren abgeschafft worden. Es gibt heute erhebliche Preisunterschiede und es lohnt sich die Preise zu vergleichen.
Dem MPU-Gutachter liegt Ihre Führerscheinakte vor (deshalb unbedingt vor Angabe der MPU-Stelle bei der Führerscheinstelle Akteneinsicht nehmen!). Alles was dort drin steht darf bei der Begutachtung verwendet werden.
Wie der MPU-Gutachter arbeitet:
Die Beurteilungskriterien
Der MPU-Gutachter muss eine Prognose erstellen: Ist zu erwarten, dass Sie Ihr problematisches Verhalten dauerhaft abgelegt haben oder nicht? Das Problem dabei ist:
- Er kennt Sie nicht und sieht Sie zum ersten Mal
- Er weiß bisher nur das, was er aus der Führerscheinakte entnehmen konnte
- Er hat nur etwa eine Stunde Zeit für das Einzelgespräch mit Ihnen
Ich denke, es liegt auf der Hand, dass es unter diesen Voraussetzungen kaum zu schaffen ist eine seriöse Prognose abzugeben. Man hat deshalb mit den Beurteilungskriterien ein Regelwerk geschaffen, mit dem wenigstens die Zuordnung des Klienten in eine von drei oder vier "Schubladen" unterschiedlicher Schwere erfolgen kann. Je nach der Schublade, in der Sie landen, ergeben sich unterschiedliche Anforderungen, die Sie erfüllen müssen um eine positive Prognose erhalten zu können.
Ich finde das nicht wirklich befriedigend, aber es verhindert immerhin ganz willkürliches Arbeiten der Gutachters und schafft eine gute Grundlage für die Vorbereitung auf die MPU.
Was bedeutet das für Sie?
- Das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter ist der Dreh- und Angelpunkt der MPU schlechthin.
- Durch die relativ engen Vorgaben, an die sich der Gutachter halten muss, wird das Gespräch in der Vorbereitung besser planbar. Bösen überraschungen kann man mit guter Vorbereitung weitgehend aus dem Weg gehen.
- In meiner Vorbereitung orientiere ich mich so eng wie möglich an den verbindlichen Begutachtungs-Richtlinien.
3. Die Prognose über Ihr künftiges Verhalten
Der Gutachter soll ja zu einer soliden Einschätzung kommen, ob Sie Ihr problematisches für andere Verkehrsteilnehmer gefährliches Verhalten nachhaltig abgestellt haben oder nicht. "Ein bißchen verändert" reicht nicht. Eine positive Prognose darf er nur dann geben, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind:
- Sie haben Ihr Verhalten so weit aufgearbeitet, dass Sie im Detail verstanden haben, worin der Reiz bestanden hat, der zu dem unerwünschten Verhalten geführt hat.
- Diesen Reiz darf es inzwischen nicht mehr geben. An seine Stelle muss etwas Neues getreten sein, das mindestens genau so reizvoll ist.
Die psychologiische Grundannahme dabei ist:
Achso, werden Sie jetzt wahrscheinlich denken, wenn's weiter nix ist, das kann ich gut erklären. Aber so einfach ist das nicht. Oft kommt es nämlich vor, dass konkurrierende Einflüsse gleichzeitig auftreten. Dazu ein Beispiel:
Jeder Raucher weiß, dass rauchen gesundheitsschädlich ist. Statistische Daten belegen das sehr eindrucksvoll. Jetzt sollte man eigentlich erwarten, dass niemand raucht (→ Unangenehmes vermeiden). Wieso rauchen aber doch so viele? Das liegt daran, dass rauchen eben auch eine angenehme Seite hat. Diese angenehme Seite kann sehr belohnend wirken (vor allem für jeden, der abhängig von Nikotin geworden ist).
Noch eigenartiger wird das Verhalten aber, wenn man sich Belohnung und Gefahr nebeneinander anschaut: Die belohnende Wirkung dauert nur sehr kurz und ist wenig spektakulär während die gesundheitliche Gefahr absolut schwerwiegend ist. Hier spielt ein anderer Faktor die entscheidende Rolle: Die belohnende Wirkung ist nahezu sofort zu haben, während die drohende schwere Erkrankung als in weiter Ferne gelegen empfunden wird.
Sie sehen an diesem alltäglichen Beispiel, dass Zusammenhänge die Auswirkung überraschend komplex werden lassen können. Das ändert aber nichts daran, dass diese Denkweise das Werkzeug des Gutachters bei der MPU ist.
Das Unangenehme liegt bereits vor uns: Sie müssen jetzt zur MPU. Kaum einer wird das zum Spaß machen. Wie sieht aber Ihr psychologischer Verstärker aus, der ja immerhin stark genug gewesen sein muss, um erklären zu können wieso Sie dafür die MPU plus allem Drumrum auf sich genommen haben?
Sie haben keine Antwort parat? Dann haben Sie jetzt ein Problem: Genau diese Antwort will der Gutachter von Ihnen hören! Wenn Sie die Antwort schuldig bleiben müssen oder zu sehr an der Oberfläche bleiben, bedeutet das eine negative Prognose. Sie sind eben leider noch nicht reif für eine positive Prognose.
4. Gründliche Aufarbeitung ist nötig für die MPU
Wenn Sie diesem Beitrag hier aufmerksam gefolgt haben, dürften Sie auch verstanden haben, dass das 1-stündige Einzelgespräch mit dem MPU-Gutachter kein lockerer Smalltalk sein wird. Er wird immer wieder kritische Nachfragen stellen um einschätzen zu können, wie stabil und belastbar die Veränderungen sind.
Verstehen Sie jetzt, warum eine gründliche Aufarbeitung zwar grundsätzlich auch in Eigenregie möglich ist, aber sehr hohen Aufwand bedeutet, weil Sie ja erst einmal in die lernpsychologische Denkweise hinein finden müssen? Ein psychologisch geschulter Vorbereiter kann Sie auf direktem Weg an die entscheidenden Punkte heran führen und viele sinnlose Umwege und Ehrenschleifen vermeiden helfen.
5. Verharmlolsung ist Gift!
Ich hab's ja vorher schon angesprochen: Nicht alles, was man sich mal "geleistet" hat, verdient ein Ruhmesblatt. Im Gegenteil sogar: Man erkennt selber, dass Dies oder Jenes ganz schön gaga war. Deshalb ist es nachvollziehbar, wieso es eine deutliche Tendenz zur Verharmlosung gibt.
Auf solche Aussagen springt der MPU-Gutachter an wie der Haifisch auf ein blutig verletztes Tier. Sie geben damit nämlich zu erkennen, dass Sie noch immer nicht bereit sind zu erkennen, dass Ihr Verhalten eine ganz erhebliche Gefahr für Andere war. Und damit sind Sie eben "noch nicht reif" für eine positive Prognose!

Der Gutachter "gibt den Takt an" für das Einzelgespräch, aber viel liegt bei Ihnen wie harmonisch oder holprig es abläuft.
Motivation ist wichtig
Ebenfalls unter dem Aspekt der Stabilität der Veränderung interessiert den Gutachter die zugrunde liegende Motivation. Ganz klar, momentan ist der Führerschein eine sehr starke Motivation. Die verliert er aber ziemlich schnell, sobald Sie ihn wieder haben und er nicht mehr bedroht ist. Hier ist ein psychologischer Fachbegriff wichtig: Der Führerschein ist eine so genannte externale Motivation - und leider nicht viel Wert.
Trumpfen können Sie dagegen, wenn es Ihnen gelingt eine echte internale Motivation zu präsentieren, also eine "Motivation, die von innen kommt". In meiner MPU-Vorbereitung ist das deshalb immer auch ein Punkt, der Aufmerksamkeit verdient.
Ein Problem, das nicht einfach aus der Welt zu schaffen ist, besteht darin, dass der MPU-Gutachter nur sehr wenige Möglichkeiten hat den Wahrheitsgehalt von dem, was Sie ihm erzählen, zu überprüfen. Rein theoretisch kann man lügen, bis sich die Balken biegen! In der Praxis macht das aber keinen Sinn, denn die Wahrheitsfindung ist überhaupt nicht der Sinn der MPU. Es geht bei der Begutachtung nicht um schwarz oder weiß und nichts dazwischen. Der Gutachter ist sich selbst verständlich bewusst, dass seine Prognose mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist. Wenn Sie bestehen wollen, ist es Ihre Aufgabe, diese Unsicherheit so klein wie möglich zu halten. Und wenn Sie ihm antworten, dass Sie außer bei den 8 mal, wo Sie geblitzt wurden und die Punkte gesammelt haben, sonst niemals zu schnell gefahren sind (großes Indianerehrenwort - aber beweisen können Sie es halt leider nicht), dann wird das seine Unsicherheit für die Prognose bestimmt nicht zu Ihren Gunsten beeinflussen!
Es versteht sich von selbst, dass niemals aktenkundig gewordene Ereignisse nur dann freiwillig berichtet werden sollten, wenn das positiv für Sie wirkt. Warnen muss ich aber vor der weit verbreiteten Tendenz zur Beschönigung. Ich erlebe es immer wieder, dass trotz meinen ausdrücklichen Hinweisen beim Gespräch mit dem Gutachter dann doch "geglättet und geschönt" wird. Deshalb nochmals: Sie schaden sich damit nur! Aus Gutachtersicht hat es jeder, der zur MPU muss, faustdick hinter den Ohren. Jede Verharmlosung wird als mangelnde Einsicht gedeutet.
Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, was bei der MPU auf Sie wartet und auch, welche überlegungen dahinter stecken. Vielleicht haben Sie auch einen Eindruck davon bekommen, dass es nicht zum Erfolg führen kann, wenn man die MPU auf die leichte Schulter nimmt. "Ich sag einfach die Wahrheit" hilft nicht weiter, denn es geht nicht um die Wahrheit bei der Begutachtung, sondern Hintergründe für das Problemverhalten sind gefragt und im zweiten Teil überzeugende Berichte die durchgeführten Veränderungen betreffend.
Durch die relativ engen Vorgaben, an die sich der Gutachter bei seiner Arbeitsweise halten muss, verliert die ganze Sache aber einen guten Teil seines Schreckens, wenn man entsprechend professionell vorbereitet antritt.
6. Ihre Rechte und Pflichten
Sehr oft stelle ich fest, dass krasses Unwissen herrscht, was die Frage nach Rechten und Pflichten angeht. Auch wenn diese Erkenntnis leider oft zu spät kommt, möchte ich doch einmal genauer drauf eingehen.
Die Pflichten
Dieser Punkt ist sehr kurz abzuhandeln: Man muss sich ausweisen bzw. falls man keinen Ausweis dabei hat ersatzweise die Personalien angeben (also Vor- und Zuname, Geburtsdatum und die Wohnadresse).
Die Rechte
Haben Sie schon mal einen Krimi gesehen? Dann kennen Sie bestimmt auch den Satz: Alles, was Sie jetzt sagen, kann gegen Sie verwendet werden.
Offiziell muss deshalb eine Belehrung stattfinden. Leider wird das aber oft "vergessen" oder erst nachträglich behauptet. Weil in Deutschland Polizisten immer zu zweit unterwegs sind, haben Sie keine reelle Chance das Gegenteil zu beweisen. Halten Sie also die Klappe und machen Sie absolut keinerlei Angaben ohne Anwalt! Dafür gibt es keine Ausnahme!
Muss man sich durchsuchen lassen?
Nicht ohne Grund! Natürlich wird oft irgendeine Situation konstruiert, die das rechtfertigen soll. Seien Sie aber nicht schüchtern: Stimmen Sie einer Durchsuchung ohne Anwalt nicht zu. Das kann evtl. dazu führen, dass das Fahrzeug erst mal beschlagnahmt wird, um sicher zu stellen, dass nichts entfernt werden kann, aber je nachdem um was es sich handelt kann das trotzdem der bessere Weg sein. Ansonsten können Sie einer Durchsuchung des Fahrzeugs zustimmen, aber wichtig ist, dass Sie selber nichts tun.
Atemkontrolle, Urinprobe, in die Augen leuchten usw.
Alles das sollten Sie ganz stur verweigern! Es entstehen Ihnen dadurch keinerlei juristischen Nachteile - wozu allzu unnötig kooperativ sein? Weil der Polizist so nett ist? Vergessen Sie es! Das einzige, was erzwungen werden kann, ist Blutabnahme zum Zweck der näheren Untersuchung. Und sogar das erst nach richterlicher Anordnung (mit ganz wenigen Ausnahmen).
Wenn Sie wirklich keinen Tropfen getrunken haben und auch sonst nichts zu befürchten ist, macht es natürlich keinen großen Sinn hier den rechtlichen Spielraum maximal auszureizen, nur um die Polizisten zu ärgern.
Warum nicht kooperieren?
Gewonnene Zeit ist Gold wert! Bei Alkohol baut ein "trainierter" Trinker pro Stunde mindestens 0,15 ‰ ab, evtl. sogar mehr. Vor Gericht darf aber beim Rückwärts-Rechnen nur 0,1 ‰ Abbau pro Stunde angenommen werden, und sogar bei der MPU nicht mehr als 0,15 ‰ pro Stunde. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass Sie sich schaden, wenn Sie sich kooperativ zeigen und den ganzen Vorgang beschleunigen!
Auf dem Strich laufen, Finger an die Nase führen usw.: Sie schaden sich damit ausnahmslos! Sie müssen das nicht machen, also verweigern Sie es ausdrücklich! Je wenige über Sie vorliegt, um so besser für Sie. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es zu glauben, es wäre vorteilhaft, wenn man einen möglichst nüchternen Eindruck macht. Tatsächlich ist meistens das Gegenteil der Fall. Werden Sie nicht aggressiv, aber wer merklich alkoholisiert ist, der darf sich auch daneben benehmen und ggf. sehr unfreundlich sein.
Bei Kontrollen wegen Drogen gilt das gleiche ganz entsprechend. Ihr Interesse muss es sein, die Arbeit der Polizisten durch nichts zu erleichtern! Auch hier geht es darum so viel Zeit wie möglich zu gewinnen.
Wie jetzt weiter?
Sehr wahrscheinlich haben Sie das hier erst gelesen nachdem Sie einige Fehler gemacht haben. Das ist nicht mehr ungeschehen zu machen, aber sorgen Sie unbedingt dafür, dass jetzt keine weiteren Fehler mehr passieren!
Die Führerscheinstelle steht bzgl. MPU nicht auf Ihrer Seite! Seien Sie also nicht naiv und plaudern dort allerlei aus. Es würde voraussichtlich in Ihrer Führerscheinakte landen und dort mindestens 10 Jahre stehen bleiben. Sie werfen sich damit nur Knüppel in den Weg für den weiteren Ablauf.
Die beste Empfehlung lautet also auch hier: Die Klappe halten und nur nach sorgfältiger vorheriger Beratung etwas tun!
7. Einverständnis-Erklärung
Ihnen wird eine Erklärung zur Unterschrift vorgelegt? Lesen Sie genau, bevor Sie unterschreiben. Keiner Übersendung des Gutachtens direkt an die Führerscheinstelle zustimmen!
Im Umgang mit Behörden neigen viele Menschen dazu viel zu leichtgläubig zu sein und ihnen vorgelegte Papiere ("Das hier müssen Sie noch unterschreiben!") einfach als das-wird-schon-richtig-sein hinzunehmen. Wer aber vernünftig auf die MPU vorbereitet ist, der sollte auch längst seine Rechte kennen.
Ohne was es nicht geht
Der entscheidende Zweck der zu unterschreibenden Erklärung ist es, Ihnen keine Handhabe zu Beschwerden gegen die Führerscheinstelle zu geben. Deswegen müssen Sie auf jeden Fall folgendem zustimmen:
- dass Sie zur Kenntnis genommen haben, dass Sie die Kosten der MPU selber tragen müssen
- dass Sie damit einverstanden sind, dass Ihre Führerscheinakte an die durchführende MPU-Stelle verschickt wird (sonst fehlen dem MPU-Gutachter nämlich wesentliche Informationen, ohne die er keine Prognose stellen könnte)
- bei welcher MPU-Stelle Sie begutachtet werden wollen (freie Auswahl in ganz Deutschland; eine evtl. angehängte Liste ist nur ein Vorschlag - keine Verpflichtung)
Beachten Sie:
Unterschreiben Sie nichts, das irgendwie über diese drei Punkte hinaus geht!
Um es krass auszudrücken: Es wäre auch möglich, dass dieser "Formulierungsvorschlag" den Satz enthält, dass Sie freiwillig einen Betrag in Höhe von xx Euro an die gemeinnützige Vereinigung xy spenden werden. Würden Sie das unterschreiben? Zumindest misstrauisch würden sicher viele werden. Es ist kaum zu erwarten, dass solche oder ähnliche Formulierungen in der Erklärung drin stehen (und auch mit dem Kauf einer Waschmaschine ist eher nicht zu rechnen).
Gar nicht so selten sind aber zusätzliche Formulierungen, die darauf rauslaufen, dass Sie Ihr Einverständnis damit erklären, dass das Gutachten direkt an die Führerscheinstelle verschickt werden darf (manche Naivlinge sehen darin eine kostenlose Serviceleistung…), und von der Schweigepflicht entbinden Sie Arzt und Psychologe der MPU natürlich auch gleich noch.
Tun Sie das auf keinen Fall!!! Streichen Sie alle Formulierungen, die in eine solche Richtung weisen und über die drei oben genannten Aussagen hinaus gehen klar und unmissverständlich dick durch. Sie sollen nämlich nur dazu dienen möglichst sicherzustellen, dass die Führerscheinstelle im Falle eines negativen Gutachtens Zugriff auf dessen Inhalte erhält. Dazu sind Sie aber nicht verpflichtet (und es wäre sehr dumm!)
Dass man vor Versand der Führerscheinakte an die MPU-Stelle natürlich auf jeden Fall noch selbst Akteneinsicht genommen haben sollte, weiß jeder Kandidat, der vernünftig auf seine MPU vorbereitet antritt.
8. Ohne Angst erfolgreich durch die MPU
Angst ist etwas sehr Unangenehmes. Sie hat sich aber entwicklungsgeschichtlich bewährt als ein Warnsignal. Unsere ganze Aufmerksamkeit konzentriert sich sofort auf das auslösende Signal: Achtung, hier droht unmittelbar etwas sehr Beunruhigendes, nimm das ernst!
Angst kann sich aber auch verselbständigen und kann im Extremfall sogar zu einer Phobie führen. Der phobische Mensch reagiert mit unkontrollierter Panik und Fluchtreaktion, obwohl er ganz genau weiß, dass ihm keine wirkliche Gefahr droht (bei einer Spinnenphobie zum Beispiel).

Übersteigerte Angst ist kontraproduktiv
Prüfungsangst ist eine Variante von Angst, die nicht nur unangenehm ist, sondern auch kontraproduktiv sein kann, wenn sie im entscheidenden Moment zu einer Denkblockade führt: Das so sicher Gelernte, das man eigentlich im Schlaf weiß, fällt einem partout nicht mehr ein.
Gegen Angst kann man etwas tun
Es gibt eine bewährte Methode, um besonders Prüfungsangst ganz erheblich zu reduzieren:
- Je weniger Ungewissheit, desto weniger beängstigend.
Mein MPU-Coaching ist so angelegt, dass ein Maximum an Vorhersehbarkeit erreicht wird. Je genauer Sie wissen, wie die Arbeitsweise des Gutachters aufgebaut ist, desto weniger bedrohlich werden Sie seine Fragen empfinden, weil Sie verstanden haben, welcher Zweck damit verfolgt werden soll.
Im 3. Schritt meines MPU-Coachings wird genau darauf der Schwerpunkt gelegt: Wir haben bis dahin alles Wichtige zusammen getragen und die wesentlichen Fragen geklärt. Jetzt ist es deshalb der richtige Zeitpunkt, um uns dem Einzelgespräch mit dem Gutachter genauer zuzuwenden. Ich verspreche Ihnen, dass Sie danach wesentlich entspannter in die MPU gehen können.
In 3 Schritten angstfrei zur bestandenen MPU
✅ Schritt 1:
Kostenlose Erstberatung
Nutzen Sie mein Angebot einer kostenlosen Erstberatung. Stellen Sie alle Fragen, die Sie wegen der anstehenden MPU auf dem Herzen haben. Berichten Sie mir genau was vorgefallen ist und wieso es zu dem Vorfall kam, der jetzt die MPU ausgelöst hat.
Ich möchte einen Eindruck bekommen, mit wem ich es zu tun habe - und Sie ja bestimmt auch. Das kostenlose Erstgespräch ist der optimale Rahmen dafür. Ich bekomme ein konkretes Bild von Ihrem individuellen Fall und kann so einschätzen wie viel Aufwand nötig sein wird, damit Sie topfit für die MPU werden.
✅ Schritt 2:
Individueller Vorbereitungsplan
Die MPU ist eine individuelle Einzel-Begutachtung. Einfach mal eben etwas auswendig lernen und hoffen, dass Sie damit den Gutachter beeindrucken können, ist ein schöner Wunsch, wird aber leider nicht zum Ziel führen.
- Notwendig ist eine intensive Vorbereitung, die genau auf Ihren individuellen Fall abgestimmt ist.
Jeder Fall ist anders. Deshalb ist die MPU auch eine echte Einzelfall-Begutachtung. Sie bekommen von mir ein detailliertes Konzept, wie ich Ihren Fall angehen möchte und wie viel Zeit nötig sein wird. Weil Sie bestimmt auch Kostensicherheit haben wollen, erstelle ich Ihnen ein verbindliches Angebot, das auch bestehen bleibt falls es ausnahmsweise mal etwas länger als geplant dauern sollte.
✅ Schritt 3:
Sicher bestehen mit Training und Feedback
Gemeinsam erarbeiten wir ein Konzept, wie Sie Ihren Fall so darstellen können, dass Sie optimale Ausgangsbedingungen für das einstündige Einzelgespräch mit dem psychologischen Gutachter haben. Wir spielen durch mit welchen Fragen an welchen Stellen zu rechnen sein wird, und ich erkläre Ihnen, welche Absichten der Gutachter damit verfolgt.
Nach und nach wird dabei ein roter Faden sichtbar werden, der die Eckpunkte des Gutachtergesprächs verbindet. Das ist eine wichtige Komponente, weil er Ihnen hilft sich nicht auf einem Nebengleis zu verirren.
Am Ende unseres Coachings steht die Generalprobe: In einer Simulation des Gesprächs mit dem Gutachter kommen alle wichtigen Punkte nochmals zur Sprache. Bei der anschließenden Auswertung werfen wir einen genauen Blick auf Stellen, an denen eine Rest-Unsicherheit durchscheint, die wir noch schließen.
Wir spielen die einzelnen Punkte der MPU mehrfach durch. Durch mein detailliertes Feedback können Sie Ihr Antwort-Verhalten schrittweise so weit optimieren, bis Sie angstfrei in die Begutachtung gehen können.
Darauf können Sie sich verlassen:
Ich bereite Sie so lange vor, bis Sie selbst das O.K. geben, dass Sie sich fit für die Begutachtung fühlen.
Was ich oft gefragt werde
Gibt es einen ermäßigten Preis, wenn ich viel Eigenarbeit mache?
Grundsätzlich ist das schon möglich. Leider hat es aber meistens nicht befriedigend funktioniert. Warum? Das kann verschiedene Gründe haben. Häufigster Grund war, dass die versprochene Eigenarbeit meistens nur sehr oberflächlich war. Ich bin deshalb eher skeptisch. Der Klient investiert kostbare Zeit, aber der Output ist dann nur zu 20 % brauchbar. Das ist nicht effektiv.
Bekomme ich einen Nachweis über das absolvierte Coaching?
Ja natürlich, und nicht nur eine kurze Notiz. Ich bescheinige Ihnen ausführlich, was der Inhalt der MPU-Vorbereitung war, von wann bis wann sie stattgefunden hat und dass Sie sie korrekt abgeschlossen haben. Diese Bestätigung können Sie mit bestem Gewissen bei der MPU vorlegen.