Haeufig gestellte Fragen zur MPU

MPU FAQ 2026: Alle Fragen zu Alkohol, Drogen, Punkten, Abstinenz…

Über den Autor

Autor dieser F.A.Q.-Liste ist Klaus Mangold, Diplom-Psychologe, auf die Bereiche MPU und Verkehrs-Psychologie spezialisiert. Er arbeitet seit 17 Jahren als MPU-Vorbereiter mit einer ganz besonderen persönlichen Erfahrung: Er musste selber schon mal zur MPU und kennt alles deshalb genau von beiden Seiten…

Wann verjährt die MPU?

Es stimmt tatsächlich, dass auch die "Untaten", die Ihnen schließlich eine Aufforderung zur MPU beschert haben, ein Verfallsdatum haben. Wer eh nur wenig fährt und auf den Führerschein nicht unbedingt angewiesen ist und dann vielleicht momentan knapp bei Kasse ist, kann natürlich auf die Idee kommen: "Momentan mach ich erst mal gar nix!"

Wenn dann mehrere führerscheinlose Jahre vergangen sind, fängt man irgendwann zu rechnen an, wie lang es denn noch dauern würde, bis man ohne MPU den Führerschein wieder kriegen würde.

Die Sache hat aber noch einen Haken, den man nicht übersehen sollte:

Meistens wird nach so langer Zeit ohne Fahrpraxis verlangt, dass theoretische und praktische Fahrprüfung neu gemacht werden müssen. Die Pflichtstunden wie Autobahn, Nachtfahrten usw. müssen nicht gemacht werden.

Auch das ist aber mit Vorsicht zu genießen: Ich wäre mir absolut nicht sicher, ob ich heute "aus dem Stand heraus" die Fahrprüfung bestehen würde, ohne dass ich vorher ein paar Fahrstunden genommen hätte, damit ich weiß, auf was alles der Fahrprüfer heute achtet!


Kann man die MPU umgehen?

Immer wieder kursieren im Internet angebliche "Tricks", um die MPU zu vermeiden. In der Praxis führen diese Wege jedoch fast immer zu noch größeren Problemen.

Der sinnvollste Weg ist es fast immer, die Anforderungen zu erfüllen und sich gezielt vorzubereiten.

EU-Führerschein?

Eine legale Möglichkeit ist es grundsätzlich schon, dass man die MPU in einem anderen MPU komplett neu macht. Verboten ist das nicht. Der Aufwand und die damit verbundenen Kosten sind aber unterm Strich deutlich höher als den Führerschein durch eine bestandene MPU ganz normal in Deutschland zurück zu kriegen.

Das erste Hindernis ist die Frage nach dem Wohnsitz. Es wird verlangt, dass Sie mindestens ein halbes Jahr in dem betreffenden Land schon wohnen - ganz offiziell.

Jetzt ist es ja kein Geheimnis, dass es auf das Thema MPU-Führerschein spezialisierte Anbieter gibt, die hier verschiedene "Hintertürchen" haben (z.B. durch reine Briefkasten-Adressen). Ich will gar nicht diskutieren, wie "korrekt und sicher" das eventuell ist.

Warnen möchte ich aber vor möglichen Fallen:

Auch wenn solche Spitzfindigkeit wohl eher die Ausnahme sein dürfte, zeigt dieses Beispiel doch, dass auch hier der "Teufel im Detail" stecken kann.


Welche Fragen stellt der MPU-Gutachter?

Das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter ist der wichtigste Teil der MPU. Viele Teilnehmer scheitern hier, weil sie eine völlig falsche Vorstellung davon haben, welche Fragen gestellt werden und auf was es wirklich ankommt.

Auswendig gelernte Fragenkataloge wie bei der theoretischen Fahrprüfung führen bei der MPU aber nicht zum Ziel, weil hier Ihr individueller Fall in allen Einzelheiten unter die Lupe genommen wird.

Der Gutachter muss ja am Ende Ihrer Begutachtung eine Prognose abgeben, ob Sie aller Voraussicht nach das problematische Verhalten, wegen dem Sie jetzt bei der MPU sind, dauerhaft abgestellt haben oder nicht.

Schon Karl Valentin wusste: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." Deshalb hat der MPU-Gutachter genaue Richtlinien, wie er bei der Begutachtung vorgehen muss.

Einzelheiten dazu erfahren Sie in den MPU-Grundlagen.


Welche MPU-Begutachtungs-Stelle ist die beste?

So pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Erst mal ist es wichtig zu verstehen, dass jede zugelassene Stelle ein umfangreiches Verfahren bei der Bundesanstalt für Straßenverkehr (BASt) durchlaufen musste. Dadurch ist sicher gestellt, dass alle Stellen nach den gleichen Vorgaben die Begutachtung durchführen müssen. Ich finde, das ist schon mal eine gute Voraussetzung. Unterschiede gibt es aber doch. Das liegt einfach daran, dass hier Menschen arbeiten und nicht Maschinen.

Ein Problem kann darin liegen, dass es bei der Begutachten an vielen Einzelfragen einen Ermessensspielraum gibt. Der Gutachter muss sich dann fragen: "Reicht mir das so, wie es der Klient rüber gebracht hat, oder ist es mir 'zu dünn'?"

So ist z.B. zu beobachten, dass es bei Fragen rund um Drogen-Themen eine gewisse Tendenz gibt, dass in Bayern strengen beurteilt wird als in NRW oder Berlin. Beliebig groß ist der mögliche Spielraum aber nicht. Man sollte das Problem also nicht überschätzen.

Lesen Sie hier mehr:


Panik vor der MPU?

Viele haben geradezu panische Angst vor der MPU: Es ist ja ein teurer Spass, bei dem es immerhin um den geliebten Führerschein geht. Ein gewisses Maß an Nervosität ist ja bei jeder Prüfung ganz normal. Wenn dieser Zustand aber zu dominant wird, ist das keine gute Voraussetzung.

Dagegen lässt sich aber was tun: Je genauer Sie wissen was bei der MPU auf Sie zu kommen wird, Um so weniger bedrohlich wird die ganze Angelegenheit. Der Gutachter legt es ja nicht drauf an Sie möglichst trickreich aufs Kreuz zu legen, sondern er will einfach sehen, wie gründlich Sie inzwischen alles aufgearbeitet haben und welche Veränderungen durchgeführt.

Lesen Sie hier mehr:


Wahrheit bei der MPU: Was man sagen sollte und was nicht

Ich werde immer wieder gefragt: "Soll ich denn wirklich sagen wie das alles gewesen ist?" Dazu muss ich etwas weiter ausholen:

Mehr zum Thema Wahrheit oder künstliche Story:


Muss man wirklich nach 2 Jahren den Führerschein komplett neu machen?

Nein. Das gab es früher mal, ist aber schon lange abgeschafft worden.

Es ist aber trotzdem nicht ratsam unnötig lange zu warten: Wer etliche Jahre lang nicht mehr fahren durfte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Führerscheinstelle auf die Idee kommen kann, dass überprüft werden muss, ob der Kandidat auf dem aktuellen Stand ist, was Theorie und Praxis angeht.

Konkret bedeutet das, dass verlangt werden kann, dass Theorieprüfung und praktische Fahrprüfung neu gemacht werden müssen. Die Pflicht-Fahrstunden entfallen dabei war, für ein kleines Butterbrot ist das trotzdem nicht zu kriegen…

Das wird oft auch dann gefordert, wenn der Betreffende vorher den Führerschein noch nicht lange hatte.


Wie oft darf man MPU machen?

Sie können die MPU unbegrenzt wiederholen – bis Ihr Geld aufgebraucht ist…

Sinn der MPU ist es ja, Ihnen Gelegenheit zu geben zu zeigen, dass Sie Ihr problematisches Verhalten im Straßenverkehr aufgearbeitet und inzwischen dauerhaft abgestellt haben. Es ist Ihnen selbst überlassen einzuschätzen, wann Sie so weit sind.

Anders als bei vielen Prüfungen gibt es hier kein "Limit". Formal ist die MPU nämlich gar keine Prüfung und auch keine Verwaltungsmaßnahme, sondern eine so genannte vorbereitende Maßnahme zur Einschätzung Ihrer Verkehrstauglichkeit.

Bedenken Sie aber:

Bei der MPU gibt es keinen ermäßigten Tarif bei Wiedervorführung wie bei der HU Ihres Autos, sondern es fällt jedes Mal der volle Betrag an - und das sind ja meistens um die 1000 €…


Bei der MPU durchgefallen

Anders als bei vielen Prüfungen gibt es hier kein Limit. Sie können beliebig viele Versuche starten die MPU zu bestehen. Wenn Sie aber durchgefallen sind, drängt sich ja schon die Vermutung auf, dass Ihre Vorbereitung nicht gut genug war oder irgendetwas totaal daneben gegangen ist.

Wenn Ihnen der Gutachter eine negative Prognose ausspricht (zu deutsch: durchgefallen!), dann muss er das auch konkret schriftlich begründen. Diese Begründung sollten Sie sich aufmerksam durchlesen. Verstehen Sie, warum die Begutachtung negativ ausgefallen ist? Falls nicht, können Sie den Gutachter um ein klärendes Gespräch bitten. Er wird versuchen Ihnen das, was er im Gutachten auf "Fach-Chinesisch" geschrieben hat. in einfacheren Worten zu erklären.

So geht es besser:


Bei der MPU durchgefallen. Widerspruch einlegen?

Sie sind bei der MPU durchgefallen? Nur ein kleiner Trost: Damit sind Sie nicht allein. Mehr als 40 % fallen jedes Jahr durch. Spontan kommt der Gedanke:" Das lass ich mir nicht gefallen, da eg ich Widerspruch ein!" Oft merkt man erst dann, dass es gar keine Widerspruchs-Möglichkeit gibt.

Der Grund dafür ist eine juristische Spitzfindigkeit: Der Teil der MPU, der bei der MPU-Stelle stattfindet, gilt als unterstützende Maßnahme und ist offiziell nicht Teil des Verwaltungsakts.

Welche Möglichkeiten Sie - zumindest theoretisch - trotzdem haben, erfahren Sie unter dem Link hier drunter.

Lesen Sie hier mehr:


Warum fällt man bei der MPU durch?

Die offizielle Durchfallquote bei der MPU liegt seit Jahren bei etwa 40 %. Wer unvorbereitet zur MPU geht, hat jedoch ein deutlich höheres Risiko – hier fallen 85–90 % durch.

Ein häufiger Irrtum ist, dass man bei der MPU durchfällt, weil man "falsche Antworten" gibt. In Wirklichkeit scheitern viele daran, dass ihre Aussagen nicht zusammenpassen oder oberflächlich bleiben.

Auch fehlende Selbstreflexion ist ein häufiger Grund. Wer nur äußere Umstände verantwortlich macht ("Pech gehabt"", "war nur einmal"), zeigt nicht die notwendige Einsicht – und das führt oft zum Nichtbestehen.

Die oben genannten 40 % sind natürlich eine erschreckend hohe Zahl. Man könnte Böswilligkeit dahinter vermuten ("Beim ersten Mal fällt man grundsätzlich immer durch, dagegen kann man gar nicht tun!") oder inoffiziell tolerierte "Geldmacherei". Das wird der Realität aber nicht gerecht.

Vorbereitungskurs bei dem Anbieter machen, bei dem man nachher auch die MPU machen wird?

Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass man dann nicht durchfallen würde. Die Statistik widerlegt das aber klar. Weil schon vor vielen Jahren festgelegt wurde, dass nicht nur MPU-Gutachter nicht auch Kursleiter von Vorbereitungskursen sein darf, sondern sogar die Trägerinstitute nicht identisch sein dürfen, sollte man da nicht auf "Wunderheilungen" hoffen, meine ich.

Auch die Hoffnung, dass man nach negativem Gutachten beim 2. Anlauf "milder" bewertet werden würde, ist durch nichts zu belegen. Der gleiche Gutachter darf es sowieso nicht sein, und man sollte auch nicht erwarten, dass das Gespräch schon so ähnlich laufen wird wie beim ersten Mal.


Nicht verzweifeln!

Wenn der Brief mit der schlechten Nachricht im Briefkasten liegt, scheint für manche die Welt zusammen zu brechen. Ich kann's gut verstehen, weil für mich Verzicht auf den Führerschein eine echte Katastrophe wäre. Um so wichtiger ist es da:

  1. keine unüberlegte Kurzschlussreaktion zu begehen
  2. die genaue Ursache für das Scheitern der MPU zu analysieren
  3. den nächsten Anlauf wirklich wasserdicht vorbereitet anzugehen

Nutzen Sie mein kostenloses Angebot:

Auswertung MPU-Gutachten

So geht es weiter:


Abstinenz-Nachweise: wichtig zu wissen

Wenn Sie abstinenzpflichtig sind, ist es keine besonders gute Idee einfach zur nächstgelegenen MPU-Stelle zu gehen. Sie können eine Menge Geld sparen, wenn Sie die Preise vergleichen. Schauen Sie also nach, welche geeigneten Labors es bei Ihnen in der Nähe gibt und erfragen die Preise.

MPU-Stellen wie TÜV, Dekra u.a. betreiben ja kein eigenes Labor, sondern lassen die Urin- oder Haarproben bei einem zugelassenen Labor analysieren. Als Großkunde werden sie vermutlich sogar Sonderkonditionen haben. Der Preis, den Sie bei der MPU-Stelle bezahlen müssen, ist aber fast immer erheblich höher.

Ein Beispiel: Die mir bekannte derzeitige (2025) Preisspanne für exakt dieselbe Leistung erstreckt sich von 65 € bis 440 €.

Wo Sie Proben machen können:


Alkohol-Marker

Für Alkohol-Konsumnachweise gibt es verschiedene Marker, mit denen bei der MPU gearbeitet werden kann. Am häufigsten wird nach wie vor mit EtG gearbeitet. Alternativ kommt PEth in Frage, das stattgefundenen Alkoholkonsum deutlich länger nachweisen kann.

Zwei weitere Alkohol-Marker sind CDT und MCV, die aber nur relativ selten nachgefragt werden.

Hier erfahren Sie mehr:


Leberwerte MPU: Welche Werte sind kritisch (GGT, GPT, GOT)?

Die Leberwerte werden bei Alkohol-MPU am Tag der MPU erheben. Es ist ratsam, dass Sie vorher beim Hausarzt ein großes Blutbild machen lassen, damit Sie sicher wissen, ob Ihre Leberwerte im normalen Bereich liegen.

Früher wurden gute oder schlechte Leberwerte als Beleg für Alkohol-Abstinenz oder mindestens sehr moderaten Alkoholkonsum gewertet. Es zeigte sich aber, dass es keine wirklich zuverlässige Aussage war: Es gibt Klienten, die trotz stark ausgeprägtem Konsum gute Leberwerte haben.

Man hat deshalb als Beleg für Alkohol-Abstinenz die EtG-Werte eingeführt, verbunden mit vertraglich festgelegten Verträgen. Es finden sehr kurzfristige Einbestellungen zur Abgabe von Urin statt, denen man innerhalb von 24 Stunden folgen muss. Wenn man diese Fristen nicht einhält, ist vertraglich festgelegt, dass das Abstinenz-Nachweis-Programm als abgebrochen endet. Das ist besonders ärgerlich, wenn man schon mehrere gute Nachweis hatte.

Statt Urin-Screenings kann man Abstinenz-Nachweise durch Haar-Analysen belegen.

Spielen die Leberwerte jetzt keine Rolle mehr?

Doch. Es wird nach wie vor darauf geschaut, ob die am Tag der MPU gemessenen Werte im Normalbereich liegen. Am wichtigsten dabei ist der GGT-Wert (manchmal auch als γ-GT bezeichnet).

Wenn der GGT-Wert erhöht ist, wird auf die anderen beiden Werte GOT und GPT geschaut: Wenn GOT > GPT ist, gilt das als Indiz, dass der erhöhte GGT-Wert durch eine alkoholbedingte dauerhafte Schädigung der Leber verursacht wird.

Was tun bei erhöhten Leberwerten?

Die Ursache für die erhöhten Leberwerte muss geklärt werden. Deshalb sollten Sie - wie weiter oben ja empfohlen - schon eine Weile vor der MPU das große Blutbild gemacht werden. Wenn da eine Abnormität festgestellt wird, bleibt genug Zeit das medizinisch klären zu lassen.

Längst nicht alle erhöhten Leberwerte müssen auf Alkohol zurückführbar sein:

Mein Tipp:

Wenn erhöhte Leberwerte vorliegen, lassen Sie das beim Hausarzt medizinisch klären und nehmen Sie ein entsprechendes Attest mit zur MPU. Dann ist das kein Problem mehr.



Haaranalyse oder Urin-Screening: Vor- und Nachteile

Wenn man Abstinenznachweise wegen Alkohol oder Drogen braucht, stellt sich immer die Frage, ob man sich für eine Haaranalyse entscheidet oder konventionell für Urinproben. Vorausgesetzt man hat ausreichend lange unbehandelte Haare (das bedeutet: die Haare dürfen auf keinen Fall gebleicht sein), hat man freie Auswahl. Pro Zentimeter Haarlänge wird ein Monat nachgewiesen. Für Alkohol sind jeweils maximal 3 Monate möglich, für Drogen 6 Monate.

Ein wesentlicher Vorteil bei Haaranalysen ist, dass man rückwirkend Nachweise erbringen kann und flexibler ist in der Auswahl des Labors, weil ja keine kurzfristige Einbestellung erfolgt. Zu berücksichtigen ist aber, dass eine gewisse "Sicherheits-Zeitspanne" eingehalten werden muss ab dem letzten relevanten Konsum, weil die Haare ja erst durch die Kopfhaut raus wachsen müssen.

Für Urin-Screenings muss vorher ein Vertrag abgeschlossen werden, weil man sehr kurzfristig einbestellt wird zur Abgabe einer Urinprobe. Man ist dadurch wesentlich "angebundener", weil man innerhalb eines Tages erscheinen muss, damit nicht der gesamte bereits geleistete Nachweis verfällt. Man muss sich deshalb unbedingt vorher abmelden, wenn man mal ein paar Tage wegfahren möchte. Das kann eventuell ja auch beruflich nötig sein.


Wer entscheidet, ob ich Alkohol-Abstinenz machen muss?

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass immer noch viele glauben: "Da frag ich am besten bei der Führerscheinstelle nach!" Tun Sie das nicht! Die Führerscheinstelle ist der falsche Ort für Ihre Frage. Es kann passieren, dass Sie eine gut gemeinte Auskunft bekommen, die vollkommen falsch ist. Der Sachbearbeiter ist einfach nicht kompetent dafür.

Die endgültige Entscheidung fällt erst bei der MPU durch den Gutachter. Er ist dabei aber nicht frei in seiner Entscheidung, sondern an die Beurteilungskriterien gebunden. Da die ja nicht geheim sind, bedeutet das, dass Sie natürlich auch vorher schon wissen was zu erwarten ist.

Nur in den wenigen Fällen, die eben hart an der Kippe stehen, kann es eine Überraschung geben - die ja aber nicht wirklich überraschend ist, wenn Sie sich entsprechend vorbereitet haben.

Lesen Sie hier mehr:


Kann ich mit 2 ‰ noch kontrolliertes Trinken machen?

2 Promille gelten als die "Schallmauer" für kontrolliertes Trinken. Der Gutachter wird also schon genau hinschauen, bevor er sich entscheidet. Die Grenze liegt aber nicht messerscharf bei Zwei-Komma-Null-Null, sondern mehrere Aspekte spielen eine Rolle:

Das Gesamtbild ist entscheidend. Dafür können Sie Einiges tun, indem Sie zeigen, dass Sie sich inzwischen intensiv mit der gesamten Problematik befasst haben.

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2x erwischt mit unter 1 ‰: Geht kontrolliertes Trinken noch?

Sie sind trotz der relativ niederen Werte leider doch ein Wiederholungstäter und damit abstinenzpflichtig bei der MPU. Schließlich haben Sie ja mit Ihrem Verhalten deutlich gezeigt, dass der "Warnschuss" von 4 Wochen Fahrverbot und 500 € Bußgeld bei Ihnen nicht gewirkt hat. Deswegen wird es sehr schwer sein den Gutachter davon zu überzeugen, dass Sie sich in der Zwischenzeit so radikal geändert haben, dass keine weitere Trunkenheitsfahrt zu befürchten ist.

Er kennt nämlich die Statistik:

Sie können es versuchen mit kontrolliertem Trinken anzutreten, müssen aber damit rechnen, dass Sie an einen Gutachter geraten, den Sie angesichts der Statistik einfach nicht überzeugen werden können.

Einstufung Ihres Falles:


Gefährliche Trinkmotive

"Warum haben Sie so viel getrunken?" So oder ähnlich wird Sie der MPU-Gutachter fragen. Alkohol ist in unserer Gesellschaft die Volksdroge Nummer eins. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass bei vielen Gelegenheiten Alkoholkonsum als völlig normal gilt. Auch bei der MPU wird das nicht bestritten. Man hat sich darauf verständigt, was als gesellschaftlich übliche Trinkmenge anzusehen ist: Bis zu 0,8 ‰ bis maximal 1 ‰ braucht man keinen besonderen Grund zum Trinken.

Der Promillewert, wegen dem man bei der MPU landet, liegt aber deutlich höher (1,6 ‰ nämlich). Der Gutachter will heraus kriegen, warum Sie deutlich mehr als "gesellschaftlich üblich" getrunken haben. Es muss eine Ursache dafür geben, wird angenommen.

Immer wieder ist zu hören: "Es gab keinen besonderen Grund. Mir schmeckt's halt!" Wer so antwortet hat schon verloren: Mangelnde Aufarbeitung wird nachher im negativen Gutachten stehen.

Lesen Sie hier mehr:


MPU auch als Radfahrer

Auch als Radfahrer kann einen die MPU erwischen: Wer mit 1,6 ‰ oder mehr mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnimmt, verliert seinen Führerschein, wenn er bei der MPU durchfällt oder sich weigert, an der MPU teilzunehmen.

Auf Sie wartet dann:

Der Führerschein wird einem normalerweise erst mal belassen (aber da gibt es regional auch Unterschiede) bis zur MPU.

WICHTIG:
Wenn man den Führerschein noch hat, sollte man sich tunlichst so gründlich auf die MPU vorbereiten, dass man sicher im 1. Anlauf besteht - sonst ist die Pappe weg…!

Fahrrad, Pedelec und E-Scooter

Hier gibt es feine, aber entscheidende Unterschiede:

Welche Fahrzeuge wie ein Kfz behandelt werden (das heißt: Alkohol-Grenze 0,5 ‰!), ist auch daran zu erkennen, ob sie ein Nummernschild brauchen ("Moped-Kennzeichen") oder nicht.


Cannabis: Nicht alles darf man jetzt wirklich

Seit dem 1.4.2024 ist Cannabis ja - mit gewissen Einschränkungen - legalisiert worden. Mit Blick auf die MPU besteht eine wesentliche Änderung darin, dass Canabis nicht mehr als Betäubungsmittel gilt. Nicht nur der Aktiv-kGrenzwert wurde von 1,0 ng/ml auf 3,5 ng/ml angehoben, sondern es wurde insgesamt eineweitgehende Annäherungen an die vergleichbaren Bestimmungen bei Alkohol durchgeführt.

Tückisch ist aber ein völlig anderes Verhalten von Cannabis was den Abbau angeht: Während ein trainierter Trinker Alkohol eher etwas schneller abbaut als ein ungewohnter Trinker, verhält es sich bei Cannabis nicht nur genau andersrum, sondern der Unterschied ist sogar enorm hoch. Das hat zur Folge, dass ein Konsument, der jeden Tag kifft, faktisch gar nicht mehr unter die 3,5 ng/ml kommt und deshalb gar nicht mehr fahren darf - also Vorsicht!!!

Eine Tabelle finden Sie unter dem Link.

Lesen Sie hier mehr:


Bei der Punkte-MPU durchgefallen. Was tun?

Die MPU wegen 8 Punkten oder mehr gilt als die schwerste. Das hat vor allem drei Gründe:

  1. Wer so fleißig Punkte gesammelt hat, ist meisten ein hartnäckiger Wiederholungstäter. Es liegt deshalb nahe, dass er das auch in Zukunft weiter tun wird.
  2. Anders als bei Alkohol- oder Drogen-Fragestellung gibt es hier ja keine Abstinenz-Nachweismöglichkeit.
  3. Der Führerschein ist jetzt ja weg. Sie haben deshalb auch keine Möglichkeit zu zeigen, dass Sie jetzt regelkonform fahren.

Wenn Sie durchgefallen sind, ist es Ihnen also nicht gelungen den Gutachter davon zu überzeugen, dass Sie jetzt ein "neuer Mensch" sind und die Zeiten hinter Ihnen liegen, in denen Regeln kein Thema für Sie waren. Warum das hier besonders schwer ist, hab ich ja schon erklärt. Sie brauchen eine besonders gründliche Vorbereitung auf diese MPU. In reiner Eigenarbeit ist das kaum zu schaffen.

Lesen Sie hier mehr:


Aggressives Verhalten im Straßenverkehr

Die V-Gruppe der MPU-Fragestellungen enthält wesentlich mehr als nur Delikte, die Punkte erzeugt haben. So kann es durchaus passieren, dass man sich eine MPU "einfängt" wegen einer Verhaltensweise, die man selber ganz anders erlebt hat als der Vorwurf, mit dem man jetzt konfrontiert wird.

Der Klassiker solcher Verhaltensweisen ist ausgeprägtes Drängeln in Form von Lichthupe, hupen und dichtem Auffahren. Ganz entscheidend ist dann oft, welche Zeugenaussagen es dazu gibt. Wenn Sie allein unterwegs waren und Ihr "Gegner" vier Mitfahrer hatte, die jetzt gegen Sie aussagen, haben Sie den Schwarzen Peter.

Allen Verhaltensweisen gemeinsam ist es, dass sich solche Situationen manchmal stark aufschaukeln und schließlich zu gefährlichen Kurzschluss-Reaktionen führen können. Darin wird eine besondere Gefahr gesehen.


Cannabis auf Rezept

Cannabis auf Rezept verschrieben zu bekommen scheint auch eine verlockende Möglichkeit zu sein um kostenlos seinen Konsum ganz legal abwickeln zu können. Es ist ja kein Geheimnis, dass es Ärzte gibt, die mit solchen Verschreibungen "recht großzügig" umgehen. Vermutlich werden sich solche Angebote zwar hart an der Grenze des Legalen bewegen, Tatsache ist aber, dass es sie eben gibt. Das weiß natürlich auch der MPU-Gutachter.

Interessant ist die Frage, wieso das ein Thema sein kann, das überhaupt etwas mit MPU zu tun hat. Die Begründung dafür ist in der möglichen Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit zu sehen.

Wenn Sie Cannabis-Patient sind, in eine Kontrolle kommen und der THC-Aktivwert oberhalb des aktuellen Grenzwerts von 3,5 ng/ml liegt, würde das zumindest auffallen. Nehmen wir an, Sie zücken dann Ihr ganz legales Rezept, sind Sie ja erst mal aus dem Schneider. Falls der kontrollierende Polizist besonders eifrig ist und das Ergebnis an die Führerscheinstelle weiterleitet, kann es sein, dass der dortige Sachbearbeiter beschließt, dass man das doch genauer überprüfen sollte: MPU mit M-Fragestellung (= MPU wegen medizinischer Anlässe) kommt auf Sie zu.

Lesen Sie hier mehr:


MPU wegen Medikamenten-Missbrauch

Diese Rubrik ist noch relativ neu und umfasst neben klassischem "sucht-ähnlichem" Medikamentenkonsum auch ganz korrekte Einnahme von Medikamenten, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können.

Es ist ja bekannt, dass Medikamente - auch korrekt nach Verordnung eingenommen - die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können (am häufigsten die Reaktionsgeschwindigkeit oder allgemeine Aufmerksamkeit betreffend). Das wurde erst bei der vorletzten Aktualisierung der Beurteilungskriterien mit aufgenommen.

Was trifft auf Sie zu?

  • Einnahme von Medikamenten korrekt nach ärztlicher Verordnung, die aber bekanntermaßen die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen können (z.B. durch deutliche Verschlechterung der Reaktionszeit, Schläfrigkeit o.ä.)
  • Einnahme von Medikamenten in nicht verschreibungsgemäßer (meist überhöhter) Dosierung
  • Einnahme illegal beschaffter Medikamente unter Umgehung der Verschreibungspflicht


(aktualisiert am 30.5.2026)

Autor: Klaus Mangold, Diplom-Psychologe. Über 17 Jahre Erfahrung in der MPU-Beratung. Mehr zum Autor