MPU-Fragen - was der Gutachter wissen will

Kurz-Zusammenfassung:

Die große Schwelle, an der die meisten MPU-Kandidaten scheitern, ist das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter. Es dauert eine volle Stunde und ist kein Kaffeeplausch.

Wahrscheinlich suchen Sie hier auch eine der »MPU-Fragenlisten«, die im Internet herumgeistern. Vergessen Sie's! Mit etwas auswendig Gelerntem kommen Sie bei der MPU nicht weit. Sie müssen die Logik hinter der Denkweise des MPU-Gutachters verstehen und auf Ihren persönlichen Fall »übersetzen« können. Genau das lernen Sie in meiner MPU-Vorbereitung - und das Gespräch mit dem Gutachter verliert seine Schrecken!

Ich kann nachvollziehen, dass Sie sich wünschen eine Fragenliste zum Auswendig-Lernen zu bekommen. So funktioniert die MPU aber nicht. Der psychologische Gutachter kennt seinen Job gut. Auswendig Gelerntem geht er nicht auf den Leim. Die MPU ist nicht einfach eine andere Theorie-Prüfung wie beim Führerschein.

MPU-Fragen folgen einer festen Struktur

Der Aufbau dieser Struktur ist vom Grundgedanken her relativ leicht zu verstehen - aber die Antworten darauf sind kein Pappenstiel:

  1. Warum haben Sie sich so und nicht anders verhalten?
    Es wird vorausgesetzt, dass niemand »einfach nur so« seinen kostbaren Führerschein aufs Spiel setzt. Ich meine, dieser Annahme kann man wohl kaum widersprechen. Niemand ist völlig ahnungslos gewesen. Auch wenn vielleicht nicht jedem die Konsequenzen der MPU vorher im Detail klar waren, wird niemand behaupten können, sein(e) Vergehen wären ein Versehen gewesen. Deshalb folgert der psychologische Gutachter: Es muss für Sie irgendetwas gegeben haben, das in Ihrem Leben so viel an Wichtigkeit hatte, dass Sie dafür sogar den Verlust der Fahrerlaubnis in Kauf genommen haben.
    Ihre Aufgabe ist es nun, dem Gutachter klar verständlich darzulegen, worin dieses »Irgendetwas« in Ihrem Fall bestanden hat und warum es dermaßen wichtig für Sie sein konnte. Wenn Sie das nicht stimmig genug erklären können, ist kein positives Gutachten möglich, denn wenn Sie ja nicht einmal selbst die entscheidenden Zusammenhänge kennen, dann wissen Sie ja gar nicht, wovor Sie sich in Zukunft in Acht nehmen müssen!
  2. Wieso werden Sie sich in Zukunft nicht mehr so verhalten?
    Ein schöner Vorsatz ist nicht viel wert. Das zeigen die statistischen Daten sehr deutlich. Sie müssen deshalb glaubhaft darlegen können, auf welche Weise Sie den unglücklichen Zusammenhang, der zu Ihrem problematischen Verhalten im Straßenverkehr geführt hat, »geknackt« und beseitigt haben. Das heißt: Sie müssen eine Lösung für das Problem gefunden haben, so dass das alte Problemverhalten seine Funktionalität für Sie verloren hat.
  3. Was hat Sie zur Veränderung motiviert?
    Tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen ist meistens mit Anstrengungen verbunden und fällt oft ganz schön schwer, denn sonst hätten Sie das ja vermutlich schon damals getan und Ihren Führerschein gar nicht verloren. Wenn Ihre einzige Motivation jetzt aber darin besteht, dass Sie den Führerschein unbedingt wieder haben wollen (oder ihn behalten wollen, falls der Entzug noch nicht erfolgt ist - bei Alkohol auf dem Fahrrad ist das z.B. meistens der Fall), dann wird diese rein äußerliche Motivation sehr schnell wieder verschwinden, sobald Sie die MPU bestanden haben.
    Damit eine bessere Stabilität der Verhaltensänderung gewährleistet ist, muss es eine »Motivation von innen heraus« geben. Am besten gelingt das, wenn die stattgefundenen Veränderungen mit positiven neuen Erfahrungen verbunden sind.
  4. Wie wollen Sie einen Rückfall vermeiden?
    Der Mensch neigt dazu auf alte Verhaltensweisen zurückzugreifen, wenn unvorhergesehene hohe Belastungen auf ihn einwirken. Man hat dann oft das Gefühl der Machtlosigkeit, wenn es nicht gelingt diese Belastungen angemessen aufzufangen. Deshalb ist es wichtig für die Stabilität der positiven Veränderungen, dass ein eventuell drohender Rückfall frühzeitig erkannt und durch eine geeignete Notfallstrategie vermieden werden kann.

MPU-Fragen: Das Prinzip ist wichtig

Im Internet und in vielen Büchern kursieren haufenweise Listen von Fragen, die alle angeblich »echte MPU-Fragen« enthalten. Ich halte davon überhaupt nichts. Man bereitet sich ganz stumpfsinnig vor, indem man diese Fragen immer und immer wieder durchmacht, bis man halt wirklich alles in die Birne reingekloppt hat, und dann kann eigentlich nix mehr schief gehen. - Pustekuchen!

Während es bei der theoretischen Fahrprüfung darum geht auswendig gelerntes Sachwissen abzufragen und es zu jeder Frage ganz genau eine einzige richtige Antwort gibt, ist die Situation bei der MPU eine völlig andere. Natürlich können Ihnen auch Wissensfragen gestellt werden (z.B.: Wie ist die Abbaurate des Promillewerts pro Stunde? Ab welchem Promillewert ist das Fahren unter Alkohol eine Straftat? usw.), aber das ist höchstens der kleinste Teil.

Bei der MPU geht es darum, eine Prognose über Ihr zukünftiges Verhalten zu entwickeln, falls man Sie wieder fahren lassen würde. Weil aber jeder Mensch ein bisschen anders ist als alle anderen, kann es dafür keine fertige Fragensammlung von der Stange geben! Damit der Gutachter seine Prognose abgeben kann, führt er ein individuelles Einzelgespräch von ungefähr einer Stunde Dauer. Er hat zwar ein gewisses Raster, wie er dabei vorgeht, aber er wird ganz gewiss nicht eine schriftlich vorbereitete Fragenliste abarbeiten! Seine Fragen richten sich nach dem, was Sie im einzelnen angestellt haben, in welchem Zusammenhang das geschehen ist und wie Sie das darstellen. Es wird zwar eine Menge Ähnlichkeiten geben in der Gesprächsführung, aber es wird vor allem einige deutliche Unterschiede geben, weil bei Ihnen eben ein wichtiges Detail ganz anders war als bei anderen MPU-Kandidaten. Genau diese Unterschiede sind es, die die entscheidende Rolle spielen und wo er intensiv nachhaken wird. Eine auswendig gelernte fertige Frage-Antwort-Kombination werden Sie dafür aber vergeblich suchen.

Ohne gründliche Vorbereitung keine Chance

Der springende Punkt ist die Zeit: Solide Begutachtung eines fremden Menschen in nur einer Stunde Gespräch ist auch für einen erfahrenen psychologischen Gutachter nicht zu schaffen. Ihm werden deshalb sehr detaillierte Vorgaben gemacht, wie er vorzugehen hat und welche Kriterien anzuwenden sind. Damit wird immerhin erreicht, dass jede MPU-Stelle in ganz Deutschland im wesentlichen zu den gleichen Ergebnissen gelangen muss.

Das Problem dabei: Wer diese Kriterien nicht kennt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit manche Dinge so darstellen, dass sie in der MPU angreifbar sind. Ein paar gezielte Nachfragen reichen dann, um im Netz der MPU endgültig hängen zu bleiben. Viele fallen nicht deshalb durch, weil sie etwas von Grunde auf »Falsches« oder »Schlimmes« gesagt haben, sondern aus Nicht-Wissen sind ungünstige Aspekte in den Vordergrund geraten und günstige einfach untergegangen.

Nun sind die Vorgaben für die Begutachtung keine Geheiminformationen. Jeder, der es wissen will, kann sie nachlesen - und wird wahrscheinlich schnell feststellen, dass er auf weite Strecken leider nur Bahnhof versteht. Es ist eben typisches »Gutachter-Deutsch«. Deswegen wird es Ihnen nicht viel bringen, wenn Sie sich für stolze 149,- Euro die Beurteilungskriterien zur Urteilsbildung in der Medizinisch-Psychologischen Fahreignungsdiagnostik kaufen.

Hilfe beim Verkehrspsychologen suchen?

Meistens wird der Gang zum Verkehrspsychologen als Spezialist dafür empfohlen. Das ist sicher ein möglicher Weg - aber meistens kein sehr schneller und auch kein billiger. Er geht nämlich auf eine Weise heran, die wie eine Psychotherapie aufgebaut ist: Erst mal gründliche Aufarbeitung, eventuell bis zurück in die Kindheit und darauf aufbauend dann die Entwicklung einer neuen Verhaltensweise. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist der Hintergrund, auf dem Verkehrspsychologen arbeiten. Dabei ist es seine Aufgabe Sie geschickt so zu »lenken«, dass Sie im Gespräch gewissermaßen von selbst die erwünschten Antworten finden und aus Einsicht ein neues (=besseres) Verhalten entwickeln. Dass das halt seine Zeit dauert, ist nicht überraschend.

Den typischen Verkehrspsychologen interessiert deshalb nicht, ob Sie Ihren Führerschein schnell wieder bekommen oder erst Monate später. Ob Sie 10, 20 oder vielleicht sogar 50 Therapiestunden brauchen, das ist ganz allein Ihr Problem!

Erwarten Sie vor allem nicht, dass Ihnen ein Verkehrspsychologe irgendwelche Tipps für das Gespräch mit dem MPU-Gutachter geben wird. Der ist schließlich Fachkollege. Über seine Arbeitsweise Konkretes auszuplaudern, das machen nur die wenigsten Verkehrspsychologen gern, denn damit würde ja seine treffsichere Begutachtung erschwert. Außerdem würde es seinem Selbstverständnis widersprechen. Konkrete Tipps für die MPU geben, das wäre fast so ähnlich wie die Prüfungsaufgaben einer Klausur vorher zu verraten.

Ein anderer Weg

Den kann ich Ihnen bieten, und ich will auch erklären warum. Ich musste selber schon einmal die MPU machen und weiß, wie man sich dabei fühlt.

Ich denke, Sie haben's schon erraten: Der Ideologie, auf der die MPU aufbaut, schließe ich mich nur in wenigen Punkten an. Nicht deshalb, weil ich der Ansicht wäre, Gefährdung im Straßenverkehr ist doch überhaupt kein Thema und jeder soll ruhig nach Herzenslust saufen, kiffen, rasen oder was sonst auch immer. Nein, dann würden Sie mich gründlich falsch verstehen. Meine kritische Haltung der MPU gegenüber liegt in der »Pseudo-Seriosität als Feigenblatt-Funktion« begründet, die sie nach außen hin hat.

Viele sehen den Gutachter als einen Psychologen, der einem helfen möchte. Irrtum: Seine Aufgabe ist die eines knallharten Prüfers - nicht die eines Therapeuten! Mir gefällt nicht, dass in der knappen zur Verfügung stehenden Zeit im Grunde oft eher überprüft wird, wie gut dem Verkehrspsychologen der Spagat aus Veränderung durch Therapie und Nicht-Wissen-Lassen der Fallstricke bei der MPU gelungen ist.

Ich habe deshalb eine MPU-Vorbereitung entwickelt, die sich ganz gezielt mit der Prüfungssituation befasst - konkret mit den Fragen des Gutachters und seiner Absicht dabei, zugeschnitten auf Ihren ganz individuellen Fall (sonst klappt das nämlich nicht). Damit schaffen Sie eine sehr fundierte und zuverlässige Vorbereitung in kurzer Zeit. Wir gehen das Gespräch mit dem Gutachter Schritt für Schritt in allen Einzelheiten durch. Sie erfahren dabei, worauf jede Fragengruppe abzielt und in welcher »Schublade« Sie mit Ihrer Antwort landen. Mein MPU-Training kann kein Patentrezept sein, mit dem niemand mehr durchfallen kann. Sie werden aber merken, dass auch bei der MPU nur mit Wasser gekocht wird und der Gutachter eng an Richtlinien gebunden ist. Dieses Wissen wird Ihnen helfen die Ruhe zu bewahren und mit maximaler Erfolgsaussicht anzutreten.

Damit nicht alles an Ihnen vorbei rauscht, habe ich zur Verfestigung noch eine Online-Vor-und-Nachbereitung vorgesehen.

Kann das überhaupt funktionieren?

Ja - denn je besser Sie Schema und Logik der Begutachtung kennen, umso sicherer werden Sie ein positives Gutachten bekommen. Das ist keine Zauberei, sondern einfach offengelegtes Fachwissen, das Sie in Ihrem eigenen Interesse unbedingt kennen sollten. Dass viele Verkehrspsychologen daraus mehr oder weniger ein Geheimnis machen, liegt an ihrem Selbstverständnis. Der Verkehrspsychologe möchte Sie verändern. Das ist sozusagen seine »Mission«, der er sich verpflichtet fühlt. Ganz typisch ist es, dass viele Klienten auch nach Abschluss der verkehrspsychologischen Therapie immer noch ein sehr unangenehmes Gefühl und Angst vor der MPU haben, weil auf das Gespräch mit dem Gutachter als handfeste Situation ganz bewusst nie vorbereitet wurde!

Ich sehe meine Arbeit nicht missionarisch und bin auch kein Anhänger der MPU-Logik. Verstehen Sie mein MPU-Training ruhig als eine Dienstleistung, bei der Sie zu einem fairen Preis eine gute Gegenleistung bekommen: Die solide Vorbereitung auf das Gutachter-Gespräch in sehr kompakter Form nämlich.

MPU-Fragen und die Fahrprüfung: ein großer Unterschied

Das bedeutet:

Die auf dieser Seite erklärten "Spielregeln" müssen Sie verstanden und sich intensiv danach vorbereitet haben, wenn Sie ein positives Gutachten wollen. Es reicht sicher nicht, wenn Sie zur MPU gehen und naiv denken: Ich bin ehrlich und sag die Wahrheit. Darum geht es nämlich gar nicht, sondern um eine skeptische Prognose Ihres künftigen Verhaltens im Straßenverkehrs.

Und noch ein wichtiger Punkt: Während vor Gericht der Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten gilt, lautet die Aussage bei der MPU anders. Das Schutz-Interesse der Allgemeinheit rangiert höher als Ihr individueller Wunsch nach der Fahrerlaubnis. Wenn bei der Prognose noch Zweifel offen bleiben, hat der Gutachter deshalb gegen Sie zu entscheiden.


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