MPU-Fragen - was der Gutachter wissen will

Den MPU-Fragen niemals unvorbereitet begegnen!

Die große Schwelle, an der die meisten MPU-Kandidaten scheitern, ist das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter. Es dauert eine volle Stunde und ist kein Kaffeeplausch! Weit verbreitet ist der Irrtum, dass es nur drum gehen würde, dass man »die Wahrheit sagt«, und dann muss man ja einfach bestehen.

Wahrheit ist nicht das Kriterium, sondern in Wirklichkeit wird vor allem überprüft, ob Ihnen die besonderen »Spielregeln der MPU« bekannt sind und Sie sie auch anwenden können. Eine Stunde ausgequetscht werden ist ganz schön lang. Mit etwas auswendig Gelerntem kommen Sie da nicht weit. Sie müssen die Logik hinter der Denkweise des MPU-Gutachters verstehen und die MPU-Fragestruktur auf Ihren persönlichen Fall »übersetzen« können. Das kann man lernen - und das Gespräch mit dem Gutachter verliert seine Schrecken!

Warum Sie ohne gründliche Vorbereitung keine Chance haben

Der springende Punkt ist die Zeit: Solide Begutachtung eines fremden Menschen in nur einer Stunde Gespräch ist auch für einen erfahrenen psychologischen Gutachter nicht zu schaffen. Um die Begutachtung gegen juristische Angriffe abzuschotten, werden ihm deshalb sehr detaillierte Vorgaben gemacht, wie er vorzugehen hat und welche Kriterien anzuwenden sind. Damit wird immerhin erreicht, dass jede MPU-Stelle in ganz Deutschland im wesentlichen zu den gleichen Ergebnissen gelangen muss.

Das Problem dabei: Wer diese Kriterien nicht kennt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit manche Dinge so darstellen, dass sie in der MPU angreifbar sind. Ein paar gezielte Nachfragen reichen dann, um im Netz der MPU endgültig hängen zu bleiben. Viele fallen nicht deshalb durch, weil sie etwas von Grunde auf »Falsches« oder »Schlimmes« gesagt haben, sondern aus Nicht-Wissen sind ungünstige Aspekte in den Vordergrund geraten und günstige einfach untergegangen.

Nun sind die Vorgaben für die Begutachtung keine Geheiminformationen. Jeder, der es wissen will, kann sie nachlesen - und wird wahrscheinlich schnell feststellen, dass er auf weite Strecken leider nur Bahnhof versteht. Es ist eben typisches »Gutachter-Deutsch«. Deswegen wird es Ihnen nicht viel bringen, wenn Sie sich für stolze 123,- Euro die Beurteilungskriterien zur Urteilsbildung in der Medizinisch-Psychologischen Fahreignungsdiagnostik kaufen.

Zu den MPU-Fragen Hilfe beim Verkehrspsychologen suchen?

Meistens wird der Gang zum Verkehrspsychologen als Spezialist dafür empfohlen. Das ist sicher ein möglicher Weg - aber meistens kein sehr schneller und auch kein billiger. Er geht nämlich auf eine Weise heran, die wie eine Psychotherapie aufgebaut ist: Erst mal gründliche Aufarbeitung, eventuell bis zurück in die Kindheit und darauf aufbauend dann die Entwicklung einer neuen Verhaltensweise. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist der Hintergrund, auf dem Verkehrspsychologen arbeiten. Dabei ist es seine Aufgabe Sie geschickt so zu »lenken«, dass Sie im Gespräch gewissermaßen von selbst die erwünschten Antworten finden und aus Einsicht ein neues (=besseres) Verhalten entwickeln. Dass das halt seine Zeit dauert, ist nicht überraschend.

Den Verkehrspsychologen interessiert deshalb nicht, ob Sie Ihren Führerschein schnell wieder bekommen oder erst Monate später. Ob Sie 10, 20 oder vielleicht sogar 50 Therapiestunden brauchen, das ist ganz allein Ihr Problem!

Erwarten Sie vor allem nicht, dass Ihnen ein Verkehrspsychologe direkte Tipps für das Gespräch mit dem MPU-Gutachter geben wird. Der ist schließlich Fachkollege. Über seine Arbeitsweise Konkretes auszuplaudern, das machen nur die wenigsten Verkehrspsychologen gern, denn damit würde ja seine treffsichere Begutachtung erschwert. Außerdem würde es seinem Selbstverständnis widersprechen. Konkrete Tipps für die MPU geben, das wäre fast so ähnlich wie die Prüfungsaufgaben einer Klausur vorher zu verraten.

Ein anderer Weg

Den kann ich Ihnen bieten, und ich will auch erklären warum. Ich musste selber schon einmal die MPU machen und weiß, dass einen in diesem Moment ganz vorne dran der Führerschein interessiert und nicht eine teuere langfristige Therapie, nach deren Abschluss Sie ja noch immer nicht die MPU in der Tasche haben.

Ich denke, Sie haben's schon erraten: Der Ideologie, auf der die MPU aufbaut, schließe ich mich nicht an. Nicht deshalb, weil ich der Ansicht wäre, Gefährdung im Straßenverkehr ist doch überhaupt kein Thema und jeder soll ruhig nach Herzenslust saufen, kiffen, rasen oder was sonst auch immer. Nein, dann würden Sie mich gründlich falsch verstehen. Meine kritische Haltung der MPU gegenüber liegt in der »Pseudo-Seriosität als Feigenblatt-Funktion« begründet, die sie nach außen hin hat.

Es wird so getan, als könnte man dem Gutachter wie einem guten Therapeut vertrauen, der einem helfen möchte. So ist das aber ganz und gar nicht. Der Gutachter arbeitet wie ein knallharter Prüfer - nicht wie ein Therapeut! Wer das nicht wahr haben möchte, wird ziemlich sicher eines Besseren belehrt durch ein negatives Gutachten. Ich meine, es ist naiv, mit einer solchen »Ungleichheit der Waffen« anzutreten (Vorbereitung auf eine knallharte Prüfungssituation nur mit den Mitteln einer Therapie). Wer sich darauf einlässt, der wird eigentlich nicht wirklich selber begutachtet, sondern es wird eher überprüft, wie gut seinem Verkehrspsychologen der Spagat aus Veränderung durch Therapie und Nicht-Wissen-Lassen der Fallstricke bei der MPU gelungen ist.

Ich habe deshalb einen »Crashkurs« entwickelt, der sich ganz gezielt mit der Prüfungssituation befasst - konkret mit den Fragen des Gutachters und seiner Absicht dabei, zugeschnitten auf Ihren ganz individuellen Fall (sonst klappt das nämlich nicht). Damit schaffen Sie eine sehr fundierte und zuverlässige Vorbereitung in nur einem einzigen Nachmittag. Wir gehen das Gespräch mit dem Gutachter Schritt für Schritt in allen Einzelheiten durch. Sie erfahren dabei, worauf jede Frage abzielt und in welcher »Schublade« Sie mit Ihrer Antwort landen. Mein MPU-Training kann kein Patentrezept sein, mit dem niemand mehr durchfallen kann. Sie werden aber merken, dass auch bei der MPU nur mit Wasser gekocht wird und der Gutachter eng an Richtlinien gebunden ist. Dieses Wissen wird Ihnen helfen die Ruhe zu bewahren und mit maximaler Erfolgsaussicht anzutreten.

Damit nicht alles an Ihnen vorbei rauscht, habe ich zur Verfestigung noch eine Online-Vor-und-Nachbereitung vorgesehen.

Kann das überhaupt funktionieren?

Ja - denn je besser Sie das Schema kennen, umso sicherer werden Sie ein positives Gutachten bekommen. Das ist keine Zauberei, sondern einfach offen gelegtes Fachwissen, das Sie in Ihrem eigenen Interesse unbedingt kennen sollten. Dass viele Verkehrspsychologen daraus mehr oder weniger ein Geheimnis machen, liegt an ihrem Selbstverständnis. Der Verkehrspsychologe möchte Sie verändern. Das ist sozusagen seine »Mission«, der er sich verpflichtet fühlt. Ganz typisch ist es, dass viele Klienten auch nach Abschluss der verkehrspsychologischen Therapie immer noch ein sehr unangenehmes Gefühl und Angst vor der MPU haben, weil auf das Gespräch mit dem Gutachter als handfeste Situation nie vorbereitet wurde.

Ich sehe meine Arbeit nicht missionarisch und bin auch kein Anhänger der MPU-Logik. Verstehen Sie mein MPU-Training ruhig als eine Dienstleistung, bei der Sie zu einem fairen Preis eine gute Gegenleistung bekommen: Die solide Vorbereitung auf das Gutachter-Gespräch in sehr kompakter Form nämlich.

Die MPU und wie der Gutachter seine Fragen stellt

Die MPU-Fragen haben nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Ankreuz-Fragen aus der theoretischen Prüfung! Dort wurde auswendig gelerntes Faktenwissen abgefragt, bei dem es ein ganz klares RICHTIG oder FALSCH gibt. Bei der MPU ist aber etwas ganz anderes gefragt.

MPU-Fragen haben ihre Tücken:

Zuerst will der Gutachter sehr genau wissen: Was ist geschehen und warum kam es dazu? Wer da keine gründliche Auskunft geben kann oder sich nicht mehr erinnert, ist schon auf dem direkten Weg zum negativen Gutachten!

Was Sie auf keinen Fall tun dürfen:

  • verharmlosen (war doch alles nicht so wild, das ist einfach dumm gelaufen...)
  • die Schuld auf Andere schieben (ich wollte dem Anschiss vom Chef aus dem Weg gehen, wenn ich schon wieder so lange gebraucht hätte...)
  • die Ursache bei äußeren Bedingungen suchen (die Sonne hat mich geblendet...)

Für den MPU-Gutachter sind Sie Täter, und daran gibt es nichts zu rütteln. Er erwartet von Ihnen, dass Sie sich gründlich mit Ihrem damaligen Verhalten befasst haben und ihm erklären können, warum Sie sich damals so verhalten haben. Er geht davon aus, dass jeder Mensch Gründe für sein Verhalten hat. Er will verstehen, worin für Sie damals der große Reiz lag, es so und nicht anders zu machen. Die Mehrheit der Anderen hat sich nicht so verhalten. Warum also Sie? Wenn Sie darauf keine Antwort haben, dann bedeutet das, dass Sie auch heute noch nicht wissen, wovor Sie sich in Acht nehmen müssen. Die Wahrscheinlichkeit für Rückfall ist stark erhöht. Am negativen Gutachten ist nicht zu rütteln.

Ein positives MPU-Gutachten können Sie auch nur dann bekommen, wenn Sie heute eingesehen haben, wieso Ihr Verhalten problematisch und gefährlich für Andere war. Der Gutachter will wissen, wie Sie das heute sehen und wie Sie sich jetzt verhalten. Schöne Versprechungen interessieren ihn nicht, denn Vorsätze sind etwas sehr Unzuverlässiges. Er will Ihre innere Motivation für die Veränderung präsentiert bekommen. Und es geht um ganz konkrete Veränderungen in Ihrem Leben - nicht nur im Straßenverkehr.

Niemand ist geschützt vor schwierigen Lebensphasen. Deshalb wird der MPU-Gutachter auch wissen wollen, welche Vorkehrungen Sie getroffen haben, damit Sie nicht in das alte Verhalten zurück fallen. Auch darauf brauchen Sie eine Antwort.

MPU-Fragen verlangen exakte Antworten

Der MPU-Gutachter stellt Fragen, auf die er von Ihnen sehr konkrete Antworten hören will. Ungefähr, vielleicht, wahrscheinlich, eigentlich... - verbannen Sie diese Begriffe gleich aus Ihrem Wortschatz. Ziel seiner Fragen ist es zu beurteilen, ob Sie sich in allen Einzelheiten mit der Problematik auseinander gesetzt haben. Er wird sehr genau darauf achten, ob Sie nur etwas auswendig Gelerntes, Allgemeines daher plappern, oder ob Sie durchdachte Antworten geben können, die direkten Bezug zu dem haben, was bei Ihnen vorgefallen ist - und vor allem, ob Sie die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen!

MPU-Fragen und die Fahrprüfung: ein großer Unterschied

  • Bei der Fahrprüfung sind Sie als Verkehrsteilnehmer noch ein unbeschriebenes Blatt. Man bringt Ihnen einen Vertrauensvorschuß entgegen: Wenn Sie die Theorie brav auswendig gelernt haben (Ankreuzkästchen-Nachweis ausreichend) und in der praktischen Prüfung gezeigt hab, daß Sie mit dem Auto im Verkehr ein paar Aufgaben bewältigen konnten, läßt man Sie auf die Menschheit im Straßenverkehr los.
  • Als MPU-Kandidat gilt: Sie haben Ihren Vertrauensvorschuß verspielt und stellen aus der Sicht der Führerscheinstelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Ihre Verkehrsverstöße beweisen das. Deshalb wird Ihnen die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen - es sei denn, Sie beweisen aktiv das Gegenteil. Zu diesem Zweck dient das Gespräch mit dem Gutachter. Der Schwarze Peter liegt also jetzt bei Ihnen!
  • Die Fahrprüfung hat damals hauptsächlich überprüft, ob Sie die nötigen Grundlagen beherrschen, damit man Sie als Verkehrsteilnehmer auf die Allgemeinheit loslassen konnte. Mit der Zeit bekommt der Führerschein-Neuling dann auch Routine und wird zu einem sicheren Autofahrer. Wer zur MPU muss, ist aber schon durch entsprechende Verstöße aufgefallen. Vieles deutet darauf hin, dass das problematische (=gefährliche) Verhalten etwas Dauerhaftes geworden ist. Deshalb wird so jemand aus dem Verkehr gezogen (=Führerschein dauerhaft entzogen). Die einzige Chance das zu vermeiden ist, dass Sie eine echte tiefgreifende Veränderung in Ihrem Leben sicher und glaubhaft präsentieren können. Der speziell darauf geschulte psychologische Gutachter hat die Aufgabe das sehr gründlich zu überprüfen. Deshalb dürfen Sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Diese "Spielregeln" müssen Sie verstanden und sich intensiv danach vorbereitet haben, wenn Sie ein positives Gutachten wollen. Es reicht sicher nicht, wenn Sie zur MPU gehen und naiv denken: Ich bin ehrlich und sag die Wahrheit. Also muss ich auch durch kommen.


MPU-Alarm