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MPU-Fragen - was will der Gutachter wissen?

Man erinnert sich noch an die Führerscheinprüfung: Es gab einen Fragenkatalog mit Ankreuzkästchen, den man für die theoretische Prüfung am besten auswendig kennen sollte. Sowas Ähnliches mit MPU-Fragen wird's doch wohl auch geben, oder? Das werd ich mir jetzt besorgen, und dann lern ich Fragen und Antworten halt auswendig...

VORSICHT: Wer so an die MPU-Fragen ran geht, hat sein negatives Gutachten schon so gut wie sicher!!!

Das Gespräch mit dem Gutachter ist sehr intensiv und dauert ungefähr eine Stunde - unterschätzen Sie das nicht! Weil bei weitem die meisten negativen Gutachten an diesem Gespräch gescheitert sind, ist mein MPU-Training ausschließlich darauf konzentriert. Die hohen Erfolgsquoten bestätigen, dass dieser Ansatz Sinn macht.

Die MPU und wie der Gutachter seine Fragen stellt

Die MPU-Fragen haben nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Ankreuz-Fragen aus der theoretischen Prüfung! Dort wurde auswendig gelerntes Faktenwissen abgefragt, bei dem es ein ganz klares RICHTIG oder FALSCH gibt. Die Auswertung geschieht, indem eine Schablone drüber gelegt wird.

Der MPU-Gutachter hat bei seinen Fragen zwar auch eine gewisse "Schablone", nach der er die Fragen stellt, aber eher im übertragenen Sinn:

  1. Die meisten scheitern bei der MPU, weil sie sich nicht informiert haben und mit einer völlig falschen Vorstellung dort hin kommen. Der eigentlich schwierige Brocken ist das ungefähr einstündige Gespräch mit dem Gutachter, das man ohne gute Vorbereitung nicht erfolgreich besteht.
     
  2. Zuerst will er sehr genau wissen: Was ist geschehen und warum kam es dazu? Wer da keine gründliche Auskunft geben kann oder sich nicht mehr erinnert, ist schon auf dem direkten Weg zum negativen Gutachten!

    Was Sie auf keinen Fall tun dürfen:
    • verharmlosen (war doch alles nicht so wild...)
    • die Schuld auf Andere schieben (Chef hat mich unter Druck gesetzt...)
    • die Ursache bei äußeren Bedingungen suchen (Sonne hat mich geblendet...)
     
  3. Der MPU-Gutachter erwartet von Ihnen, dass Sie sich gründlich mit Ihrem damaligen Verhalten befasst haben und ihm erklären können, warum Sie sich damals so verhalten haben. Er geht davon aus, dass jeder Mensch Gründe für sein Verhalten hat. Er will verstehen, worin für Sie damals der große Reiz lag, es so und nicht anders zu machen. Die Mehrheit der Anderen hat sich nicht so verhalten. Warum also Sie?
     
  4. Ein positives MPU-Gutachten können Sie nur bekommen, wenn Sie heute eingesehen haben, wieso Ihr Verhalten problematisch und gefährlich für Andere war. Der Gutachter will wissen, wie Sie das heute sehen und wie Sie sich jetzt verhalten. Ein paar schöne Versprechungen interessieren ihn nicht. Gute Vorsätze sind etwas sehr Unzuverlässiges. Sie müssen dem Gutachter nicht nur glaubhaft machen können, wodurch Sie heute zuverlässig den Reiz ersetzt haben, der damals Grund für Ihr problematisches Verhalten war, sondern es geht um ganz konkrete Veränderungen!
     
  5. Niemand ist geschützt vor schwierigen Lebensphasen. Deshalb wird der MPU-Gutachter auch wissen wollen, welche Vorkehrungen Sie getroffen haben, damit Sie nicht in das alte Verhalten zurück fallen. Auch darauf brauchen Sie eine gute und ausführliche Antwort!

Das MPU-Training hat die Gutachter-Fragen als Schwerpunkt!

MPU-Fragen sind viele hartnäckige W-Fragen

Der MPU-Gutachter stellt Fragen, auf die er von Ihnen sehr konkrete Antworten hören will. Hier ein paar Beispiele: Warum haben Sie die erlaubte Geschwindigkeit überschritten? Wie oft haben Sie das getan ohne dabei erwischt worden zu sein? Welche Vorsätze haben Sie gefaßt? Wieso kam es trotzdem zu weiteren Übertretungen? Wozu dienen die Vorschriften, die Sie mißachtet haben? Was haben Sie daraus gelernt? Wodurch wollen Sie gewährleisten, daß es in Zukunft nicht wieder vorkommt? Wer war Schuld daran?

Ziel dieser Fragen ist es zu beurteilen, ob Sie sich in allen Einzelheiten mit der Problematik auseinander gesetzt haben. Er wird sehr genau darauf achten, ob Sie nur etwas auswendig Gelerntes, Allgemeines daher plappern, oder ob Sie durchdachte Antworten geben können, die direkten Bezug zu dem haben, was bei Ihnen vorgefallen ist - und vor allem, ob Sie die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen!

MPU-Fragen und die Fahrprüfung: ein großer Unterschied

Der entscheidende Unterschied wird leicht übersehen, aber Sie dürfen ihn nie vergessen:

  • Bei der Fahrprüfung sind Sie als Verkehrsteilnehmer noch ein unbeschriebenes Blatt. Man bringt Ihnen einen Vertrauensvorschuß entgegen: Wenn Sie die Theorie brav auswendig gelernt haben (Ankreuzkästchen-Nachweis ausreichend) und in der praktischen Prüfung gezeigt hab, daß Sie mit dem Auto im Verkehr ein paar Aufgaben bewältigen konnten, läßt man Sie auf die Menschheit im Straßenverkehr los.
  • Als MPU-Kandidat gilt: Sie haben diesen Vertrauensvorschuß verspielt und stellen aus der Sicht der Führerscheinstelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Ihre Verkehrsverstöße beweisen das. Deshalb wird Ihnen die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen - es sei denn, Sie beweisen aktiv das Gegenteil. Zu diesem Zweck dient das Gespräch mit dem Gutachter. Der Schwarze Peter liegt also jetzt bei Ihnen!

Diese "Spielregeln" müssen Sie verstanden und sich intensiv danach vorbereitet haben, wenn Sie ein positives Gutachten wollen. Es reicht sicher nicht, wenn Sie zur MPU gehen und naiv denken: Ich bin ehrlich und sag die Wahrheit. Also muss ich auch durch kommen.

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Aktualisiert am 27.8.2010

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